US-Märkte im Spannungsfeld vor Powell-Rede: Optimismus trifft auf Vorsicht
In den letzten Stunden vor der mit Spannung erwarteten Rede des US-Notenbankchefs Jerome Powell herrscht in New York eine leicht optimistische Grundhaltung unter den Anlegern. Die Hoffnung, dass Powell positive Signale für eine mögliche Zinssenkung in der Mitte September stattfindenden Sitzung geben könnte, ist greifbar. Trotz dessen mahnen die jüngsten Äußerungen einiger US-Währungshüter zur Vorsicht.
Vor Handelsbeginn taxierte der Broker IG den Dow Jones Industrial um 0,3 Prozent höher auf 44.919 Punkte. Dadurch könnte der Leitindex nach einer Phase der Stagnation ein leichtes Wochenminus markieren. Der Nasdaq 100 wird 0,2 Prozent höher erwartet, was jedoch noch immer einen Wochenverlust von 2,2 Prozent bedeutet.
Powells Rede wird kurz nach Handelsbeginn erwartet. Die Märkte kalkulieren bereits mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Zinssenkung im September sowie eine weitere noch vor Jahresende ein. Allerdings haben sich die Erwartungen zuletzt etwas eingetrübt. Beth Hammack, Chefin der lokalen Notenbank von Cleveland, äußerte unlängst, dass sie momentan nicht für eine Lockerung der Geldpolitik stimmen würde.
Rajeev De Mello, Entscheidungsträger bei Gama Asset Management, warnte, dass die Märkte möglicherweise zu optimistisch auf die US-Geldpolitik blicken. Er erwartet, dass die Notenbank ihre datengestützte Haltung fortführt. Joachim Klement von Panmure Liberum betonte, dass bei ausbleibender Zinssenkung die Aktienkurse unter Druck geraten könnten.
Einzelne Unternehmensentwicklungen sorgten für aufsehenerregende Bewegungen: Zoom Video Communications legte um 3,9 Prozent zu, bedingt durch einen positiven Quartalsbericht. Ross Stores überzeugte mit übertroffenen Gewinnschätzungen und sah einen Anstieg von 3,4 Prozent. Intuit hingegen fiel um 6,8 Prozent, da der Ausblick den Markterwartungen nicht gerecht wurde. Workday litt unter einem vorbörslichen Rückgang von 5,4 Prozent, trotz übertroffener Schätzungen und angehobener Margenziele. Ein Minus von 1,5 Prozent zeichnet sich bei Nvidia ab. Berichte über Produktionsanpassungen beim H20-KI-Chip verunsichern die Anleger.

