US-Importzölle: Ein Schuss ins eigene Knie
Eine aktuelle Studie des Kiel Instituts für Weltwirtschaft (IfW Kiel) stellt klar, dass die US-Strafzölle nicht die erhoffte Wirkung zeigen, sondern im Gegenteil die eigene Wirtschaft belasten. Die Analyse von über 25 Millionen Lieferdatensätzen von US-Importen, die fast vier Billionen US-Dollar umfassen, bringt eindeutige Ergebnisse: Während die US-Zolleinnahmen im vergangenen Jahr um etwa 200 Milliarden US-Dollar zunahmen, tragen ausländische Exporteure nur einen Bruchteil der Kosten. Die überwältigende Mehrheit der Zollkosten - ganze 96 Prozent - fällt auf US-amerikanische Käufer zurück.
Das Handelsvolumen hat gelitten, ohne dass sich die Exportpreise signifikant verändert hätten. Julian Hinz, Forschungsdirektor am IfW Kiel und Mitautor der Studie, bezeichnete die Zölle als 'Eigentor' für die USA und entlarvte die Vorstellung, dass die Belastung bei ausländischen Staaten liege, als Mythos.
Importierte Waren werden für US-Konsumenten wie durch eine Konsumsteuer teurer, was sowohl die Vielfalt als auch die Menge der verfügbaren Güter verringert. Ein besonderer Schwerpunkt der Studie lag auf den Zollerhöhungen gegen Brasilien und Indien im August 2025.
Für Brasilien stiegen die Zölle auf 50 Prozent und für Indien von 25 auf 50 Prozent. Die Daten zeigen, ausländische Exporteure reduzierten ihre Preise nicht, um die erhöhten Zölle auszugleichen. Indische Exporte nach Amerika sanken im Wert und in der Menge deutlich um bis zu 24 Prozent, während die Stückpreise stabil blieben.
Dies bedeutet weniger Exportmengen, aber keine günstigeren Preise. Die Studie prognostiziert, dass US-Unternehmen mit schwindenden Margen, und Verbraucher mit steigenden Preisen rechnen müssen. Gleichzeitig stehen exportorientierte Länder wie Indien unter Druck, neue Märkte zu erschließen. 'Die Zölle bringen langfristig Nachteile für alle,' unterstreicht Julian Hinz.

