Republikaner fordert Rücktritt von Trumps Handelsminister im Epstein-Komplex
Massie verlangt Rücktritt von Handelsminister Lutnick
Der republikanische Kongressabgeordnete Thomas Massie hat den Rücktritt von US-Handelsminister Howard Lutnick gefordert. Hintergrund sind jüngst veröffentlichte Dokumente aus dem Epstein-Komplex.
Massie erklärte gegenüber dem Sender CNN, wenn die Informationen aus den Akten zuträfen, sei Lutnick auf Epsteins Privatinsel Little St. James gewesen und habe geschäftliche Beziehungen zu dem Multimillionär unterhalten – und zwar Jahre nach dessen Verurteilung im Jahr 2008.
Vor diesem Hintergrund warf Massie dem Minister vor, die Unwahrheit gesagt zu haben. Lutnick habe viele Fragen zu beantworten, solle „dem Präsidenten das Leben leichter machen und einfach zurücktreten“, so der Republikaner.
Neue Dokumente, alte Vorwürfe
Jeffrey Epstein hatte über Jahre hinweg einen Missbrauchsring betrieben, dem zahlreiche junge Frauen und Minderjährige zum Opfer fielen. Der verurteilte Sexualstraftäter starb 2019 in Untersuchungshaft.
In den kürzlich veröffentlichten Akten taucht der Name Lutnick mehrfach auf. Allerdings gilt: Eine bloße Erwähnung in den Dokumenten ist kein Beleg für strafbares Verhalten.
US-Medien berichten unter Berufung auf E-Mails aus den Akten, dass Lutnick und seine Familie 2012 einen Besuch auf Epsteins Insel geplant haben sollen. Eine weitere Nachricht deute darauf hin, dass dieser Besuch stattgefunden habe. Die Insel Little St. James soll das Zentrum von Epsteins Missbrauchsnetzwerks gewesen sein.
Zudem sollen Lutnick und Epstein, die in New York Nachbarn gewesen sein sollen, gemeinsam in dasselbe Privatunternehmen investiert haben. CBS News berichtet von geschäftlichen Verbindungen, die es auch nach Epsteins Verurteilung gegeben haben soll.
Widersprüche in den Aussagen
Lutnick hatte im vergangenen Jahr in einem Podcast erklärt, er habe bereits 2005 beschlossen, mit Epstein „nie wieder in einem Raum“ sein zu wollen.
Die „New York Times“ zitiert ihn mit der Aussage, er habe keine Zeit mit Epstein verbracht. Ein Sprecher des Handelsministeriums erklärte zudem, nach 2005 habe es lediglich „sehr begrenzte“ Kontakte gegeben.
Sollten sich die in den Akten dokumentierten Hinweise bestätigen, stünden diese Aussagen im Widerspruch zu den veröffentlichten E-Mails.
Politische Brisanz vor dem Hintergrund parteiübergreifender Initiative
Massie hatte gemeinsam mit dem demokratischen Abgeordneten Ro Khanna eine Gesetzesinitiative zur Veröffentlichung der Epstein-Akten angestoßen. Das US-Justizministerium veröffentlichte im Dezember und Januar umfangreiche Dokumentensammlungen.
Mit seiner Rücktrittsforderung verschärft Massie nun den parteiinternen Druck auf das Trump-Kabinett. „Wenn das Großbritannien wäre, wäre er schon längst weg“, sagte er mit Blick auf die dortigen politischen Konsequenzen im Zuge des Skandals.
Noch keine formalen Konsequenzen
Bislang gibt es keine offizielle Untersuchung oder Anklage gegen Lutnick. Ob sich aus den veröffentlichten Dokumenten konkrete rechtliche Schritte ergeben, ist offen.
Politisch jedoch gewinnt der Fall an Dynamik. Sollte sich der Druck innerhalb der republikanischen Partei erhöhen, könnte das Thema für das Weiße Haus zur Belastungsprobe werden – insbesondere vor dem Hintergrund der sensiblen öffentlichen Wahrnehmung rund um den Epstein-Komplex.
Ob aus der Forderung eines einzelnen Abgeordneten eine breitere parteiinterne Bewegung entsteht, dürfte sich in den kommenden Tagen zeigen.


