US-Dollar trotzt Erwartung: Starke US-Daten entfachen Diskussionen über geldpolitische Maßnahmen
Der US-Dollar hielt am Freitag seine starken Zugewinne, nachdem überraschend positive Wirtschaftsdaten aus den USA die Hoffnung auf eine weitere Lockerung durch die Federal Reserve in diesem Jahr schwächten. Der Dollarindex, welcher die Entwicklung des Greenbacks gegenüber wichtigen Währungen misst, legte in der vorangegangenen Sitzung um 0,6% zu. Die überraschend guten Zahlen zur US-Wirtschaftsentwicklung, den Arbeitslosenanträgen, langlebigen Wirtschaftsgütern und zu den Lagerbeständen im Großhandel übertrafen die Erwartungen.
Währenddessen erreichte der Yen einen Achtwochentiefstand, nachdem US-Präsident Donald Trump eine neue Reihe von Zöllen ankündigte. Die Aufmerksamkeit richtet sich nun auf die Freitagsveröffentlichung der Daten zum US-Verbraucherverhalten, die Hinweise darauf geben könnten, wie dringend die US-Wirtschaft zusätzliche Konjunkturimpulse von der Fed benötigt.
Gavin Friend, ein führender Marktstratege der National Australia Bank, kommentierte: „Wenn man sich die Zahlen von gestern ansieht, stellt sich die Frage: Wo brennt es?“ Der Dollarindex zeigte sich stabil bei 98,473, nahe einem Dreiwochenhoch, und steuert auf einen Wochenanstieg von 0,8% zu.
Der Greenback bewegte sich bei 149,81 Yen nahezu unverändert und kehrte damit fast über die 150-Marke zurück, die er zuletzt Anfang August überschritt. Der Euro notierte nach einem Rückgang von 0,6% am Donnerstag bei 1,1665 US-Dollar.
Die Märkte preisen nun mit einer Wahrscheinlichkeit von 87,7% eine Zinssenkung der Fed um 25 Basispunkte im Oktober ein, was einen Rückgang von zuvor 90%-92% darstellt.
Laut dem Handelsministerium stieg das US-Bruttoinlandsprodukt von April bis Juni revidiert um 3,8%, höher als zuvor gemeldete 3,3%. Der von Reuters befragte Ökonomenkreis sah keine derartige Revision voraus.
Der am Freitag erwartete persönliche Konsumpreisindex (PCE), der bevorzugte Inflationsmaßstab der Fed, wird voraussichtlich einen Anstieg von 0,3% gegenüber dem Vormonat und 2,7% gegenüber dem Vorjahr für August zeigen. Bansi Madhavani, leitender Ökonom bei ANZ, äußerte: „Angesichts der Bedenken seitens der Fed-Mitglieder über die erhöhte Inflation denken wir, dass ein solcher Bericht ermutigend wirken könnte.”
In Tokio, wo die Zentralbank einen Straffungszyklus verfolgt, zeigen die Daten für September eine Kerninflation, die deutlich über dem 2%-Ziel der Zentralbank liegt, was die Erwartung einer baldigen Zinserhöhung untermauert.
Gleichzeitig kündigte Trump eine breite Palette neuer Importzölle an, darunter 100% auf Markenmedikamente, 25% auf schwere Lkw und 50% auf Küchenschränke, als erste positive Signale aus den bilateralen Handelsgesprächen aufkamen.

