US-Börsen vor Weihnachten im Aufwind – Konjunkturdaten als zweischneidiges Schwert

Die US-Börsen konnten mit einem moderaten Anstieg ihre Weihnachtsvorfreude unter Beweis stellen. Robuste Konjunkturzahlen verhalfen den Aktienmärkten am Dienstag zu einem leichten Aufschwung, dämpften allerdings die Erwartungen der Anleger auf weitere Zinssenkungen. Die Industrieproduktion verzeichnete im November ein stärkeres Wachstum als prognostiziert, und das Bruttoinlandsprodukt legte im dritten Quartal unerwartet kräftig um annualisierte 4,3 Prozent zu.
Der Dow Jones Industrial Average kletterte um 0,16 Prozent und endete bei 48.442,41 Punkten. Der S&P 500 stieg um 0,46 Prozent auf 6.909,79 Punkte und näherte sich weiter seinem Rekordhoch von Ende Oktober an. Ebenfalls aufwärts ging es für den Nasdaq 100, der sich um 0,50 Prozent auf 25.587,83 Punkte verbesserte. Am Heiligabend bleibt der Handel in New York verkürzt, während die Börsen am ersten Weihnachtsfeiertag geschlossen sind und am Freitag regulär den Betrieb aufnehmen.
Volkswirt Oliver Allen von Pantheon Macroeconomics vermutet, dass das Wachstum von der Widerstandsfähigkeit der Verbraucher und einem Investitionsboom bei Künstlicher Intelligenz gestützt wurde. Allerdings gibt es Anzeichen, dass sich die Bedingungen im Schlussquartal gewendet haben, insbesondere beim Konsum. Ein schwacher Arbeitsmarkt, stagnierende Realeinkommen und schwindende Ersparnisse aus der Pandemiezeit belasten nun die Haushalte.
Die weltwirtschaftliche Expansion, anhaltende Unternehmensgewinne und die Aussicht auf fallende Leitzinsen beflügeln die Börsen. Der Dow verzeichnet seit Jahresbeginn einen Gewinn von nahezu 14 Prozent, der Nasdaq 100 von fast 22 Prozent und der S&P 500 von 17,5 Prozent. Index Radar berichtet von optimistischer Stimmung unter Anlegern, ähnlich der Euphorie Ende Oktober. Eine niedrige Bargeldquote professioneller Investoren könnte jedoch auf einen baldigen Börsengipfel hinweisen.
Der Aufwärtstrend bei den Rohstoffen Gold, Silber und Kupfer trieb die Aktie von Freeport-McMoRan an die Spitze des S&P 500. Zum Handelsschluss verzeichnete der Minenkonzern ein Plus von 2,5 Prozent. Gold und Silber sind bei Investoren in unsicheren Zeiten gefragt, wobei Silber insbesondere in der Elektromobilität, Solarindustrie und Technologienutzung für den KI-Ausbau eine bedeutende Rolle spielt.
Unterdessen geriet Eli Lilly unter Druck, als der Aktienkurs um 0,5 Prozent sank. Der Pharmariese spürt den verstärkten Konkurrenzdruck durch Novo Nordisk, das in Zukunft sein Abnehmmedikament Wegovy auch als Tablette in den USA anbieten darf. Lilly arbeitet daran, eigene Lösungen auf den Markt zu bringen und hat kürzlich einen Zulassungsantrag für das Medikament Orforglipron bei der FDA eingereicht.

