US-Börsen in Aufbruchstimmung: Zinssenkungsfantasien treiben Indizes
Angetrieben von der Aussicht auf mögliche Zinssenkungen der US-Notenbank Fed, verzeichneten die US-Börsen am Freitag deutliche Kursgewinne. Der weit gefasste S&P 500 stieg auf ein neues Rekordhoch und legte um 0,7 Prozent auf 6.970 Punkte zu. Auch der Dow Jones Industrial kletterte um 0,5 Prozent und erreichte 49.512 Punkte, nur knapp unter seinem bisherigen Bestwert. Die jüngsten Daten vom US-Arbeitsmarkt zeigten ein uneinheitliches Bild: Während das Beschäftigungswachstum hinter den Erwartungen zurückblieb, sank die Arbeitslosenquote leicht. Diese Zahlen unterstützen jene, die von der Fed verstärkte Zinssenkungen fordern. Die Sorge um Arbeitsplatzverluste nimmt zu, wie James Knightley, Chefökonom der ING, feststellte. Der Großteil der US-Sektoren verzeichnet Arbeitsplatzabbau, was die Dringlichkeit einer wirtschaftlichen Unterstützung erhöht.
Technologieaktien profitierten besonders stark von der Hoffnung auf niedrigere Zinsen. Der Nasdaq 100 stieg um 1,1 Prozent auf 25.776 Punkte, angeführt von der Halbleiterbranche, deren Bewertungen bei fallenden Zinsen steigen. So zogen Intel-Aktien um mehr als 10 Prozent an.
Auch politische Bewegungen trugen zur Marktdynamik bei. US-Präsident Donald Trump ordnete den Ankauf von Hypothekenanleihen im Wert von 200 Milliarden US-Dollar an, was die Aktien der Hypothekengeber antrieb. Rocket Companies stiegen um 7 Prozent, während Opendoor Technologies einen Sprung von fast 18 Prozent machte.
Unternehmerische Aktivitäten erregten zusätzliche Aufmerksamkeit: Geplant ist die Übernahme des Krebsmittelspezialisten Revolution Medicines durch den Pharmakonzern Merck & Co. Die Aktien von Revolution Medicines stiegen um 4 Prozent, während Merck & Co ein Plus von 0,7 Prozent verzeichnete.
Einzelne Unternehmen zeigten Schwäche. General Motors fiel um 3 Prozent nach der Ankündigung erheblicher Abschreibungen auf Elektrofahrzeuge und bedeutender Sonderkosten in China. Dagegen konnte sich Southwest Airlines, unterstützt von einer positiven Einschätzung der US-Bank JPMorgan, um 4,4 Prozent steigern. Analysten sehen die Möglichkeit, dass die Airline ihre Markterwartungen für 2026 übertrifft.

