US-Arbeitsmarkt: Zwischen Hoffnung und Realitäten
Die jüngsten Zahlen aus den USA liefern ein gemischtes Bild zum Thema Arbeitsmarkt. Während die Zahl der neuen Anträge auf Arbeitslosenunterstützung in der vergangenen Woche um 14.000 auf saisonbereinigte 218.000 gesunken ist, bleibt das Wachstum der Beschäftigung schleppend. Unternehmen scheinen auf ihre bestehenden Arbeitskräfte zu setzen, anstatt neue einzustellen – eine Vorsichtshaltung, die durch Unsicherheiten infolge protektionistischer Handelspolitiken genährt wird.
Diese Entwicklung hat die durchschnittlichen Einfuhrzölle auf den höchsten Stand seit hundert Jahren angehoben und die Nachfrage nach neuen Arbeitskräften gebremst. Die Federal Reserve hat als Reaktion darauf in der vergangenen Woche die Zinsen erneut gesenkt und die Einlagezinsspanne auf 4,00% bis 4,25% angepasst. Parallel dazu beeinflusst ein verschärfter Kurs in der Einwanderungspolitik das Arbeitskräfteangebot, was das Beschäftigungswachstum weiter hemmt.
Die durchschnittlichen Monatsgewinne bei den nichtlandwirtschaftlichen Gehaltsabrechnungen sanken in den drei Monaten bis August auf 29.000, verglichen mit 82.000 im Vorjahreszeitraum. Fed-Chef Jerome Powell bemerkte, dass kurzfristige Inflationsrisiken nach oben tendieren, während die Beschäftigungsrisiken nach unten zeigen – eine herausfordernde Ausgangssituation. Der Anstieg der fortdauernden Anträge auf 1,926 Millionen signalisiert längere Perioden der Arbeitslosigkeit. Die Arbeitslosenquote stieg im August auf 4,3%, den höchsten Stand seit fast vier Jahren.

