US-Anleihen unter Druck: Trumps Zollpolitik sorgt für Turbulenzen
Die jüngsten Entscheidungen des US-Präsidenten Donald Trump bezüglich der Zollpolitik haben bei den US-Anleihen unerwartete Folgen gezeigt. An einem volatilen Handelstag gerieten insbesondere die Kurse langlaufender Anleihen erheblich unter Druck.
Marktbewertungen verhalfen der Rendite der zehnjährigen Anleihe am Nachmittag zu einer Erhöhung auf 4,37 Prozent, obwohl sie zu Tagesbeginn noch bei 4,26 Prozent gelegen hatte. Bei den dreißigjährigen Anleihen stiegen die Renditen markanter an, nähern sich auf beunruhigende Weise der 5-Prozent-Marke.
Obgleich Trump die Zölle für China erst kürzlich angehoben hatte, konnten die US-Anleihen angesichts der gesteigerten Unsicherheit keinen positiven Impuls gewinnen. Die Anwendung der Zölle wird nach derzeitigem Stand lediglich für 90 Tage ausgesetzt, Konjunkturängste bleiben jedoch bestehen.
Die Sorge wächst, dass die Zölle auf chinesische Importe die chinesische wie auch die Weltwirtschaft erheblich belasten könnten. Trumps impulsives und bisweilen unberechenbares Handeln birgt das Risiko, das Vertrauen in den einst als sicher geltenden US-Finanzmarkt langfristig zu untergraben.
Dies zeigt sich auch in den zuletzt rückläufigen Anleihekurse. Zu bekannten Unsicherheiten gesellen sich außerdem nur marginal bewegende Inflationszahlen, die am Nachmittag publiziert wurden.
Die US-Inflation sank im März, was vornehmlich auf niedrigere Energiepreise zurückzuführen war. Doch rechnen Ökonomen wie Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank, damit, dass die aktuelle Zollpolitik die Verbraucherpreise in den kommenden Monaten stark anziehen lassen wird.
"Die Entwicklungen im März sind gegenwärtig nicht mehr relevant", kommentierte Gitzel, und warnt vor zukünftigen Preisanstiegen durch umfassende Einfuhrzölle.

