US-Anleihen unter Druck: Arbeitsmarktdaten verhindern Zinssenkungsphantasien
Am Donnerstag erlebte der Markt für US-Staatsanleihen einen weiteren Rückschlag, als die Kurse nachgaben. Der Terminkontrakt auf zehnjährige Anleihen fiel um 0,14 Prozent auf 111,09 Punkte, während die Rendite für diese Laufzeit auf 4,37 Prozent stieg. Insbesondere neueste Arbeitsmarktdaten aus den Vereinigten Staaten setzten die Kurse unter Druck. So enttäuschten die Zahlen zu den Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe, die entgegen den Erwartungen nicht gestiegen, sondern gefallen sind. Auch andere Berichte des US-Arbeitsmarktes zeigten zuletzt eine anhaltend robuste Verfassung.
Solche Entwicklungen lassen schnelle Zinssenkungen durch die US-Notenbank Fed in weiter Ferne rücken. Ein stabiler Arbeitsmarkt reduziert den Handlungsdruck auf Notenbankchef Jerome Powell, der jedoch weiter dem Rufe von US-Präsident Donald Trump ausgesetzt ist. Trump fordert sowohl niedrigere Zinsen als auch den Rücktritt Powells.
Derweil hält die US-Handelspolitik die Finanzmärkte weiter in Atem. Besonders markant fiel ein neues Kapitel im transatlantischen Handelsstreit ins Gewicht: Trump kündigte massive Zölle in Höhe von 50 Prozent auf Importe aus Brasilien an. Diese Maßnahme, die ab dem 1. August gelten soll, ging einher mit scharfer Kritik am brasilianischen Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva. Der ließ eine deutliche Antwort nicht lange auf sich warten und kündigte seinerseits Gegenmaßnahmen an, um dem Druck aus Washington die Stirn zu bieten.

