Urbanisierung und demografischer Wandel: Städte florieren, ländliche Regionen schrumpfen
Eine aktuelle Untersuchung des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung (BiB) offenbart bemerkenswerte Erkenntnisse über die künftige Bevölkerungsentwicklung in Deutschland. Während städtische Gebiete einem anhaltenden Wachstum entgegensehen, das maßgeblich durch internationale Zuwanderung getragen wird, stehen ländliche Regionen vor dem demografischen Schrumpfen.
Bis zum Jahr 2070 prognostiziert die Studie auf Basis von zwölf verschiedenen Wanderungsszenarien, dass die Städte weiter wachsen werden, während vor allem dünn besiedelte Landkreise einen Bevölkerungsrückgang erleiden. Die regionalen Unterschiede in der Bevölkerungsverteilung werden zunehmen und stellen dadurch neue Herausforderungen für politische Entscheidungsträger sowie die Stadt- und Raumplanung dar, wie Mitautor Frank Swiaczny betonte.
Ein weiterer zentraler Aspekt der Analyse ist der vermehrte Anstieg des Altenquotienten bis in die späten 2030er Jahre. Diese Quote, die den Anteil der Menschen über 65 Jahren zur erwerbsfähigen Bevölkerung ins Verhältnis setzt, wird zunächst deutlich zunehmen. Der Grund hierfür liegt im Eintritt der geburtenstarken Babyboomer-Generation ins Rentenalter. Swiaczny erläutert, dass dieser Trend nach einer schrittweisen Stabilisierung möglicherweise sogar zu einem leichten Rückgang führen wird, wenn nachfolgende, kleinere Jahrgänge in das Seniorenalter eintreten.

