Unterwegs geladen: Deutschlands Autobahn testet das induktive Laden für Elektrofahrzeuge
Der Bund initiiert ein zukunftsweisendes Pilotprojekt auf der A6 in Bayern: Elektrofahrzeuge sollen während der Fahrt aufgeladen werden können. Auf einer ein Kilometer langen Strecke zwischen den Ausfahrten Amberg-Sulzbach und Amberg-West kooperieren die Autobahn GmbH und die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, um dieses innovative Konzept zu testen.
Dabei sind Ladespulen geschickt unter der Fahrbahn integriert, sodass der Strom kabellos durch spezielle Empfänger in die Fahrzeugbatterien übertragen wird. Interessanterweise stammt das fortschrittliche Ladesystem nicht aus Deutschland, sondern wurde von der israelischen Firma Electreon entwickelt. Dieses Unternehmen hat weltweit bereits ähnliche Projekte initiiert – von Israel über die USA, Frankreich und Italien bis hin nach China.
In Deutschland existierte zuvor lediglich eine kürzere Teststrecke bei EnBW in Karlsruhe, allerdings nicht auf einer Autobahn. Bei der feierlichen Eröffnung des Projekts waren Bayerns Wissenschaftsminister Markus Blume und Innenminister Joachim Herrmann anwesend. Blume hob den beeindruckenden Wirkungsgrad von über 90 Prozent hervor und erklärte optimistisch: „Reichweiten-Probleme lösen sich.“
Electreon berichtet sogar von einer Marathonfahrt über bisher 2.000 Kilometer, die dank ihrer Technologie möglich wurde. Entwickelt wurde die Technologie vor allem für öffentliche Verkehrsmittel und Lastkraftwagen, nicht primär für den privaten Gebrauch. Tests zeigen, dass die Technik auch bei Geschwindigkeiten von bis zu 80 Kilometern pro Stunde effizient funktioniert, solange Fahrzeuge mit den notwendigen Empfängern ausgestattet sind.

