Unsicherheit in der Geldpolitik belastet US-Börsen
Die Nachricht von der möglichen Ernennung von Kevin Warsh zum neuen Vorsitzenden der US-Notenbank durch Präsident Donald Trump sorgte für Unruhen an den New Yorker Aktienmärkten. Warsh, bekannt für seine zurückhaltende Haltung gegenüber möglichen Lockerungsmaßnahmen, führte dazu, dass Anleger ihre Erwartungen an zukünftige Zinssenkungen herunterschraubten. Selbst Apple, das beeindruckende Quartalsergebnisse vorlegte, litt unter den Turbulenzen, insbesondere aufgrund von Lieferengpässen bei Chips.
Der Dow Jones Industrial Index stand zwei Stunden vor Handelsschluss mit einem Rückgang von 0,5 % auf 48.809 Punkte da. Auch im Wochenverlauf zeigt der Leitindex Verluste, während der Zuwachs im Januar auf 1,6 % fiel. Der S&P 500 notierte 0,41 % tiefer bei 6.940 Punkten, während der Nasdaq 100 einen Rückgang von 0,94 % auf 25.641 Zähler verzeichnete und dennoch die Woche knapp positiv abschloss.
Thomas Gitzel von der VP Bank äußerte, ob Warsh die Forderungen nach niedrigeren Zinsen erfüllen werde, sei unklar. Entscheidend sei jedoch, dass die Fed und ihr Ansehen für die Stabilität des US-Finanzsystems von essenzieller Bedeutung blieben. Daher sollten keine gravierenden Reputationsverluste bei der Fed zu erwarten sein.
Abseits der Geldpolitik stand die Unternehmensberichterstattung im Fokus. Apples Rekordquartal im iPhone-Segment führte nicht zu einem Kursanstieg, doch der Rückgang der Aktie reduzierte sich zuletzt auf 0,3 %. Analyst Tim Long von Barclays sieht die Nachhaltigkeit des Aufschwungs aufgrund von Lagerbestandsproblemen kritisch.
Im Telekomsektor gab es positive Schlagzeilen: Verizon profitierte von einem unerwartet starken Kundenwachstum im vierten Quartal, was die Aktie um über zehn Prozent nach oben katapultierte. In der Folge stiegen auch die Aktien von T-Mobile US um vier Prozent und Charter Communications um fast sieben Prozent.
Im Kreditkartenbereich waren die Ergebnisse weniger rosig. Visa und American Express verzeichneten Rückgänge von bis zu 3,1 % im Dow, beeinflusst durch mäßige Resultate und Kritik von Präsident Trump an der Branche. Bei den Ölunternehmen gab es gemischte Reaktionen: Chevron war im Dow nach Verizon der zweitgrößte Gewinner mit einem Plus von zwei Prozent, während Exxonmobil im S&P 500 mit einem halben Prozent unter Druck blieb.
KLA Corp, ein Halbleiterzulieferer, erlitt nach einer Rekordfahrt Verluste von 13,8 %. Im Gegensatz dazu erzielte Sandisk dank positiver Zahlen und Ausblicke einen Kursanstieg von fast neun Prozent. Der Preisanstieg bei Speicherchips treibt die Aktie laut RBC-Experte Srini Pajjuri weiter an.
Colgate-Palmolive konnte seine Anteile um 4,5 % erhöhen, angetrieben von erfreulichen Zahlen. Zudem erholte sich Tesla um fast fünf Prozent von einem Kursrückgang am Vortag.

