Unsicherheit an den Anleihemärkten durch neue Zollankündigungen
Die Kurse deutscher Bundesanleihen zeigten sich am Montag unbeeindruckt von den jüngsten Entwicklungen in der amerikanischen Zollpolitik. Der Euro-Bund-Future, ein zentraler Indikator für die Anleihemärkte, stagnierte am Nachmittag bei einem Wert von 129,00 Punkten. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe befand sich stabil bei 2,28 Prozent.
Im Zentrum der Aufmerksamkeit steht derzeit die Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, ab dem 1. August mit einem pauschalen Zollsatz von 30 Prozent auf Importe aus der Europäischen Union zu reagieren. Als Antwort plant die EU, zusätzliche Zölle auf US-Waren im Umfang von 72 Milliarden Euro zu erheben, um den Handelsstreit nicht einseitig zu belasten.
Experten der Dekabank weisen darauf hin, dass ein dauerhafter Zoll von derartigen Ausmaßen das Wirtschaftswachstum der Eurozone schwächen könnte. In der Folge wäre mit einer Anpassung der EZB-Leitzinsen zu rechnen. Gleichzeitig könnte das für die kommenden Monate prognostizierte hohe Emissionsvolumen an Bundesanleihen die Aussicht auf Kurssteigerungen mindern.
Obwohl am Montag keine marktrelevanten Konjunkturdaten veröffentlicht wurden, richten sich die Blicke der Anleger auf die bevorstehenden US-Verbraucherpreise, die am Dienstag publik gemacht werden sollen und als bedeutende Einflussgröße für die internationalen Märkte gelten.

