UnitedHealth im Strudel der Turbulenzen: Neue Führung und gedämpfte Prognosen
Der größte Krankenversicherer der USA, UnitedHealth, versucht nach einer Reihe von Herausforderungen, darunter ein Wechsel an der Führungsspitze und laufende Ermittlungen der US-Justiz, wieder Mut zu fassen und präsentierte kürzlich seine überarbeitete Jahresprognose. Diese fällt allerdings mit einem erwarteten bereinigten Gewinn von mindestens 16 US-Dollar je Aktie eher verhalten aus und enttäuscht somit die Analystengemeinde erheblich.
Die Besorgnis der Marktteilnehmer spiegelte sich prompt im vorbörslichen Handel wider, wo die im renommierten Dow Jones gelistete Aktie schwer unter Druck geriet und um mehr als vier Prozent nachgab. Im gesamten bisherigen Jahresverlauf summieren sich die Verluste im regulären Handel mittlerweile auf 44 Prozent.
Ein unerwarteter Rücktritt im Mai sorgte für Turbulenzen an der Unternehmensspitze, als Andrew Witty seinen Hut nahm und Stephen Hemsley, ein früherer UnitedHealth-Chef, erneut die Leitung übernahm. Bereits im Monat April veröffentlichte das Unternehmen eine überarbeitete Gewinnprognose und reduzierte diese von ursprünglich 29,50 bis 30 Dollar auf nunmehr 26 bis 26,50 Dollar je Aktie, bevor diese im Mai gänzlich zurückgezogen wurde, begründet durch unerwartet hohe Aufwendungen im Bereich der medizinischen Versorgung.
Das jüngste Quartal brachte einen bereinigten Gewinn je Aktie von 4,08 Dollar – und damit weniger als erfahrene Experten erhofft hatten. Zusätzlich belastet wird der Versicherer von intensiven Nachforschungen der US-Justiz, welche potenziell unrechtmäßige Geschäftspraktiken im Zusammenhang mit der öffentlichen Krankenkasse Medicare untersuchen.
Das Augenmerk richtet sich dabei auf Arztabrechnungspraktiken im Kontext des Programms Medicare Advantage, bei dem private Versicherer für zusätzliche Leistungen höhere Zahlungen in Rechnung stellen können, besonders bei schwerer erkrankten Patienten. Schon zuvor war UnitedHealth ins Visier wettbewerbsrechtlicher Prüfung geraten, was die Lage weiter verkompliziert.

