Unicredit überrascht mit Beteiligungs-Schachzug bei der Commerzbank
Unicredit hat sich mit einem cleveren Zug als größter Aktionär der Commerzbank positioniert und damit den bisherigen Spitzenreiter, den deutschen Staat, hinter sich gelassen. Das Mailänder Institut verkündete jüngst eine Verdopplung seiner direkten Beteiligung auf rund 20 Prozent, was nicht ohne Unmut bei der Commerzbank bleibt, die diesen Schritt als unkoordiniert kritisiert.
Um dies zu erreichen, wandelte Unicredit einen erheblichen Teil ihrer Finanzinstrumente in Aktien um und plant, auch die restlichen rund 9 Prozent in der Zukunft in Aktien umzuwandeln. Die relevanten Aufsichtsbehörden haben diesen Schachzug bereits abgesegnet.
Eine weitere Erhöhung der Beteiligung könnte Unicredit in die Nähe der 30-Prozent-Marke bringen, ab der sie gesetzlich verpflichtet wäre, ein offizielles Übernahmeangebot zu machen. Obwohl Unicredit-Chef Andrea Orcel kürzlich noch betont hatte, dass eine Übernahme nicht auf der Agenda stehe, zeigt die aktuelle Entwicklung eine andere Richtung.
Der gestiegene Aktienkurs der Commerzbank könnte potenzielle Übernahmepläne jedoch kostspielig machen. Die Commerzbank, bereits zuvor skeptisch gegenüber den Annäherungsversuchen der Unicredit, lehnt eine Übernahme weiter entschieden ab.
Unterstützung erhält sie von Bundeskanzler Friedrich Merz, der in einem Schreiben betont, die Bundesregierung setze auf eine unabhängige Commerzbank. Auch Orcels Werben um einen Zusammenschluss per Brief an die Bundesregierung blieb erfolglos.

