Unerwarteter Wachstumsschub: US-Wirtschaft übertrifft Prognosen trotz Handelskonflikten
Die US-amerikanische Wirtschaft wächst im zweiten Quartal 2025 stärker als erwartet. Nach einer finalen Schätzung der Regierung stieg das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um beeindruckende 3,8 % – deutlich mehr als die vorherigen Schätzungen von 3,3 % und 3 %. Dies ist ein überraschender Umschwung nach einem Rückgang von 0,5 % im ersten Quartal. Diese Wachstumszahlen verdeutlichen eine bemerkenswerte Erholung, obgleich sie den Trend einer generellen wirtschaftlichen Verlangsamung im ersten Halbjahr 2025 nicht negieren können.
Ein wesentlicher Treiber dieser Entwicklung war ein Anstieg der Konsumausgaben, die rund zwei Drittel der wirtschaftlichen Aktivitäten in den USA ausmachen. Experten, einschließlich Analysten des Handelsministeriums, weisen jedoch darauf hin, dass der Rückgang der Importe den BIP-Wert beeinflusst hat, indem er jegliche ausländische Produktion aus den Berechnungen herauskorrigierte. Hinzu kommt, dass die Importzahlen im ersten Quartal stark anstiegen, da Unternehmen zunehmend Lagerbestände anhäuften, um drohende Zölle zu umgehen – ein Effekt wohingegen im zweiten Quartal die Importzahlen rückläufig waren, was zu einer scheinbaren BIP-Inflation führte.
All dies geschieht zu einem Zeitpunkt, an dem der US-Arbeitsmarkt sich schwächelt zeigt. Ein kürzlich veröffentlichter Arbeitsmarktbericht deutete auf eine deutliche Abnahme der Einstellungen im August hin, begleitet von einer Korrektur früherer Beschäftigungsschätzungen, die die Sorge um den Zustand des Arbeitsmarktes verstärkte. Trotz allem hat die Wirtschaft bisher keine umfassenden Arbeitsplatzverluste erlitten, die typischerweise mit wirtschaftlichen Abschwüngen einhergehen.
Dennoch sieht sich die Federal Reserve veranlasst, die Leitzinsen zur Ankurbelung der Beschäftigung zu senken. Bereits letzte Woche senkte die Fed die Zinssätze und plant zwei weitere Anpassungen im verbleibenden Jahr.

