Unerwarteter Rückgang der US-Inflation trotz Zollpolitik
Die jüngsten Wirtschaftsdaten aus den USA zeigen eine überraschende Entwicklung: Im März ist die Inflation deutlich zurückgegangen, begünstigt durch merklich gesunkene Energiepreise. Ein genauerer Blick auf die Verbraucherpreise zeigt einen Anstieg von lediglich 2,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, während noch im Februar eine Rate von 2,8 Prozent zu verzeichnen war. Ökonomen hatten mit einem geringeren Rückgang auf 2,5 Prozent gerechnet.
Entscheidend für den Inflationsrückgang waren die gesunkenen Benzinpreise, die maßgeblich zum breiteren Rückgang der Energiepreise beitrugen. Auch die Kerninflationsrate, welche die schwankenden Energie- und Nahrungsmittelpreise ausschließt, fiel überraschend von 3,1 Prozent im Februar auf 2,8 Prozent im März. Hier waren 3,0 Prozent prognostiziert worden.
Die Insidern zufolge insgesamt breit angelegte Preisminderung überrascht auch im Hinblick auf den Monatssvergleich, wo die Rate um 0,1 Prozent sank, im Gegensatz zur Erwartung eines Anstiegs um den gleichen Wert. Trotz dieser Entspannung sind die Aussichten angesichts der erratischen Zollpolitik von Präsident Donald Trump nicht ungetrübt.
Experten warnen, dass die steigenden Einfuhrzölle in naher Zukunft die Preisentwicklung stark beeinflussen werden. Trump hat kürzlich nur teilweise Zollerhöhungen zurückgenommen, und der Ökonom Thomas Gitzel erwartet bis Ende 2025 eine bedeutende Steigerung der Inflationsrate auf 4,0 Prozent.
Diese Rahmenbedingungen stellen auch die US-Notenbank Fed vor Herausforderungen. Zugleich könnten die Zölle die Inflation anheizen und das Wirtschaftswachstum belasten. Einige Stimmen innerhalb der Fed deuten allerdings darauf hin, die Zöllen könnten als vorübergehende Einflüsse betrachtet werden, was der Fed etwas Spielraum für zukünfte Zinspolitik verschaffen könnte.
Während Finanzmärkte aktuell fünf Leitzinssenkungen erwarten, gerieten die Reaktionen auf die Inflationsdaten insgesamt eher ruhig. Der Euro konnte kurzzeitig zulegen, doch bleibt die Aufmerksamkeit der Märkte vorwiegend auf die Zollpolitik gerichtet.

