Ultimatum und Diplomatie: USA und Russland im Schlagabtausch um die Ukraine
Kurz vor dem Ablauf eines Ultimatums von US-Präsident Donald Trump an Russland hat der amerikanische Sondergesandte Steve Witkoff in Moskau intensive Gespräche geführt. Der russische Präsident Wladimir Putin empfing Witkoff im Kreml zu einem dreistündigen Austausch. Laut Juri Uschakow, einem außenpolitischen Berater Putins, waren die Gespräche von Nützlichkeit und Konstruktivität geprägt. Beide Seiten tauschten über Witkoff Signale zum Ukraine-Konflikt aus, hielten sich jedoch zu konkreten Inhalten bedeckt. In den USA steht zur selben Zeit eine bedeutsame Ankündigung von Trump auf der Agenda, in der es um wirtschaftspolitische Maßnahmen geht. Die Frist an Putin, eine Feuerpause in der Ukraine herbeizuführen, endet in Kürze. Trump plant bei Missachtung die Verhängung von Sanktionen gegen Russlands Handelspartner. Insbesondere Länder wie China und Indien, beides entscheidende Abnehmer russischen Öls und Gases, könnten dadurch unter verstärkten Druck geraten. Bereits zuvor hatte der US-Präsident Indien mit erhöhten Zöllen als Reaktion auf russische Ölimporte gedroht, allerdings ohne spezifische Zahlen zu nennen. Im Juli sprach er von möglichen Zollsätzen von mindestens 25 Prozent. Ziel dieser Maßnahmen ist es, die wirtschaftliche Basis Russlands zu schwächen. Derweil zeigt sich der Kreml weiter offen für den Dialog. Kirill Dmitrijew, Kreml-Sondergesandter für Außenwirtschaft, äußerte sich nach dem Treffen mit Witkoff positiv über den Fortgang des russisch-amerikanischen Dialogs. Dieser sei von zentraler Bedeutung für globale Sicherheit und Frieden. Witkoff ist in diesem Jahr bereits zum fünften Mal in geschäftlicher Mission in Moskau. Parallel zu diesen diplomatischen Bemühungen setzte sich der Konflikt in der Ukraine fort. Ein russischer Angriff auf ein Ferienlager im Süden der Ukraine führte zu Todesopfern und Verletzten, während der ukrainische Präsident Selenskyj den Angriff als Akt der Grausamkeit verurteilte. Weitere russische Angriffe beschädigten Einrichtungen in Dnipropetrowsk. Besondere Brisanz erhält die Lage durch einen russischen Angriff auf eine Gasverdichterstation in Odessa. Diese ist Teil der Transbalkanroute, die US-Flüssiggas und aserbaidschanisches Gas in die Ukraine transportiert. Energieministerin Switlana Hryntschuk sieht darin Moskaus Versuch, die Energieunabhängigkeit Europas anzugreifen. Der ukrainische Gegenangriff richtete sich Berichten zufolge gegen ein russisches Tanklager in Brjansk.

