Ölmärkte im Rückgang: Preisdruck und geopolitische Spannungen

Die jüngsten Entwicklungen auf dem Ölmarkt führten am Freitag zu einem leichten Rückgang der Preise. Für ein Barrel der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Februar wurde der Preis um 28 Cent auf 60,99 US-Dollar gesenkt, während das Barrel der US-amerikanischen Sorte WTI zur Lieferung im Januar um 24 Cent auf 57,36 Dollar fiel.
Derzeit prägen Erwartungen eines Angebotsüberhangs im Jahr 2026 die Marktbewegungen. Die Internationale Energieagentur nahm eine erneute Anpassung ihrer Prognose vor, bei der sie das voraussichtliche globale Überangebot ein wenig optimistischer einschätzt. Trotz dieser leicht beruhigenden Nachricht gelang es der allgemein freundlicher gestimmten Finanzmarktlage nicht, den Ölmarkt merklich zu stützen.
Wie die Analysten der Commerzbank erklären, droht das Jahr mit einem Rückgang der Ölpreise zu enden, da von einer deutlichen Überversorgung ausgegangen wird. Allerdings stehen dem drastischen Rückgang Produktionsunterbrechungen entgegen, die durch Angriffe auf Energieinfrastrukturen im Kontext des Ukraine-Krieges entstanden sind. Zusätzlich sorgen die Zuspitzungen zwischen Venezuela und den USA für Spannung auf dem Markt.
Zuletzt eskalierte die Lage durch neue US-Sanktionen gegenüber Venezuela. Die Entscheidung des US-Finanzministeriums, den Druck auf Caracas zu erhöhen, führte kürzlich zur Kontrolle eines venezolanischen Öltankers durch die US-Küstenwache. Der Druck ist nicht zuletzt durch Venezuelas immense Ölreserven und seine außenpolitische Position bedingt, da es einen Großteil seines Öls an China liefert, den strategischen Gegner der USA.

