Ukrainisches Flugzeugabsturz: Russland veröffentlicht Videos zur Identifizierung von Kriegsgefangenen
Nach dem tragischen Absturz einer militärischen Transportmaschine vom Typ Il-76 im Gebiet Belgorod hat das russische Ermittlungskomitee nun Videos veröffentlicht, um die Identifizierung der an Bord befindlichen Kriegsgefangenen zu erleichtern. Die Aufnahmen zeigen Ermittler, die auf einem Trümmerfeld arbeiten und einen Leichensack schließen. Darüber hinaus sind auch Tätowierungen auf den Körperteilen zu sehen, sowie ukrainische Dokumente mutmaßlicher Kriegsgefangener. Ein anderes Video zeigt ein Flugzeug, zu dem Transporter fahren. Die russischen Behörden sind der Meinung, dass diese Videos beweisen, dass sich ukrainische Kriegsgefangene vor dem Abschuss an Bord befanden.
Trotzdem waren die Videos zunächst nicht überprüfbar, da es keine unabhängige Bestätigung gab. Mit der Veröffentlichung der Aufnahmen möchte Russland zweifelnden Stimmen aus der Ukraine entgegentreten, die bezweifeln, dass es sich bei den Insassen der Il-76 tatsächlich um Kriegsgefangene handelte.
Laut russischen Angaben befanden sich 65 Kriegsgefangene und 9 russische Besatzungsmitglieder an Bord des Flugzeugs, als es abgeschossen wurde. Um die Identifizierung der Opfer zu ermöglichen, sollen die gesammelten Leichenteile genetisch untersucht werden. Die russischen Ermittler sind der Überzeugung, dass das Flugzeug von einem Flugabwehrsystem im ukrainisch kontrollierten Ort Lypzi im Gebiet Charkiw abgeschossen wurde.
In einer ersten Reaktion auf den Vorfall erklärte Kremlchef Wladimir Putin, dass der ukrainische Militärgeheimdienst von dem geplanten Gefangenenaustausch gewusst habe. Putin behauptete weiterhin, dass die Il-76 entweder absichtlich oder aufgrund eines Fehlers durch das US-amerikanische Patriot-System oder ein europäisches System, vermutlich französischer Herkunft, abgeschossen wurde. Eine endgültige Klärung dieser Fragen werde in den kommenden Tagen durch die Untersuchung der Raketenreste erfolgen.
Während die Ukraine den geplanten Gefangenenaustausch bestätigte, gab sie an, keine Informationen über den Transport der Kriegsgefangenen gehabt zu haben. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat eine internationale Untersuchung des Vorfalls gefordert.
Seit fast zwei Jahren führt Russland einen Angriffskrieg gegen die Ukraine, die sich mithilfe westlicher Militärhilfe, darunter Flugabwehrsysteme wie das Patriot-System, gegen die russischen Angriffe verteidigt. Das Gebiet um Charkiw wird seit Monaten immer wieder von russischen Angriffen aus dem russischen Gebiet Belgorod aus beschossen. (eulerpool-AFX)

