Ukrainischer Präsident pocht auf wirtschaftliche Entwicklung trotz Krieges
Inmitten der andauernden Auseinandersetzungen mit russischen Invasoren betont der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj die Bedeutung des wirtschaftlichen Aufschwungs. Auf seiner Rundreise in den Regionen Dnipro, Tscherkassy und Kropywnyzkyj stellte Selenskyj klar, dass neben der militärischen Stärkung auch die Wirtschaftsförderung eine tragende Rolle spiele. Laut seiner täglichen Videoansprache sei es von staatlicher Seite essentiell, die einheimische Produktion zu bekräftigen und zu fördern.
Ein zentrales Ziel sei es, Unternehmertum als Motor für Wachstum und Arbeitsmarkt zu stärken. Selenskyj wies darauf hin, dass durch strategische Meilensteine im letzten Jahr die wirtschaftliche Stabilität der Ukraine gefestigt worden sei. Der Export über den Seekorridor funktioniere und im Energiesektor bestünden verbesserte Sicherheitsvorkehrungen gegenüber feindlichen Angriffen. Weiterhin habe man internationale Abkommen und Finanzprogramme im Sinne einer längerfristigen Unterstützung mit ausländischen Partnerländern etabliert.
Mit einem Wirtschaftswachstum von über fünf Prozent habe die Ukraine das letzte Jahr abgeschlossen, und für das aktuelle Jahr strebt Selenskyj an, die wirtschaftliche Dynamik zu erhalten. Eine Prämisse hierfür seien transparente und gesetzeskonforme Beziehungen zwischen staatlichen Einrichtungen und der Wirtschaft. Dies impliziere auch ein Engagement im Kampf gegen Korruption, um ein rechtschaffenes und sauberes Arbeitsumfeld zu gewährleisten.
Indes hat die Entwicklung in Cherson zu einer vorübergehenden Sperrung der Großstadt für Ausländer geführt. Nach tödlichen Angriffen auf Mitarbeiter einer Nichtregierungsorganisation, unter ihnen zwei Franzosen, beschränken die ukrainischen Behörden den Zutritt zum Schutz von Personen, die sich in Kriegsgebieten aufhalten. Die Sicherheitslage vor Ort bleibt prekär, täglicher Artilleriebeschuss zählt zu den Herausforderungen der Stadt, die sich unmittelbar an den russischen Stellungen am Fluss Dnipro befindet. Die Prüfung der Angaben beider Konfliktparteien gestaltet sich schwierig.
Parallel plant die Europäische Union zum zweiten Jahrestag des Konfliktes in der Ukraine ein neues Sanktionspaket gegen Russland. Neben einer erweiterten Liste von zu sanktionierenden Personen und Organisationen zielt das Paket auch auf Unternehmen ab, die Russlands militärische und technologische Stärkung unterstützen. Der Export militärisch nutzbarer Güter und Technologien aus der EU wird demzufolge für diese Unternehmen nicht mehr möglich sein. Details zu dem neuen Sanktionsausmaß wurden von hochrangigen Beamten der EU-Kommission den Mitgliedstaaten vorgestellt und könnten viele zusätzliche Einzelpersonen und Unternehmen beeinträchtigen.
Weiterhin erwartet die Ukraine fortgesetzte Kampfhandlungen entlang verschiedener Frontlinien. (eulerpool-AFX)

