Ukrainischer General dementiert russische Berichte über Einkesselung: Ein Spiel um Strategie und Realität
Der ukrainische Oberbefehlshaber Olexander Syrskyj hat energisch auf russische Darstellungen reagiert, die von einer Einkesselung der Stadt Pokrowsk im Donbass sprechen. Nach einem Besuch an der Frontlinie im Osten betonte der General in direkter Absprache mit den dortigen Kommandeuren, dass die Situation zwar herausfordernd, aber nicht so aussichtslos sei, wie von russischer Seite berichtet wird.
Russischen Truppen ist es gelungen, von Süden her in die strategisch bedeutende Bergbaustadt einzudringen, und auch die benachbarte Stadt Myrnohrad gerät zunehmend in Gefahr. Der General betont, dass die ukrainischen Verteidigungskräfte in Pokrowsk keineswegs blockiert seien und widerspricht damit den Behauptungen der russischen Propaganda.
Moskaus Offizielle, darunter der Generalstabschef Waleri Gerassimow, behaupteten in einer Sitzung mit Kremlchef Wladimir Putin, dass ukrainische Truppen abgeschnitten seien. Putin ging sogar so weit, ausländische Presse einzuladen, um sich selbst ein Bild der Lage zu machen – eine Einladung, die von Verzweiflung und Kalkül zeugen könnte.
Doch die Realität am Boden, beobachtet von Militärexperten auf beiden Seiten, zeigt bisher keine Anzeichen einer völligen Umzingelung. Um die Verteidigungsfähigkeit zu stärken, hat Syrskyj klare Anweisungen gegeben, die Versorgungs- und Evakuierungsrouten zu sichern. Die Geschwindigkeit von Entscheidungen ist dabei entscheidend, da sie mit den Möglichkeiten der Truppen abgeglichen werden müssen.
Doch bei allen strategischen Überlegungen bleibt der Schutz der Soldaten oberstes Gebot. Bereits in früheren Konfliktsituationen, wie in Bachmut 2023, setzte die ukrainische Armee auf eine Taktik der strategischen Verzögerung, indem sie Städte erst im letzten Moment räumte, um die Angreifer zu ermüden. Diese Taktik ist jedoch nicht ohne Risiken, da sie den eigenen Truppen hohe Verluste abverlangen kann.

