Energiepreise

Ukraine-Krieg und Ölrally belasten Finanzmärkte stark

07. März 2022, 19:42 Uhr · Quelle: dpa
Die Lage in der Ukraine spitzt sich immer mehr zu. Als Reaktion gegen das Vorgehen Russlands ist inzwischen ein Importstopp für russisches Öl im Gespräch. Das treibt die Preise für Öl und Gas in die Höhe.

Frankfurt/Main (dpa) - Der immer weiter eskalierende Krieg in der Ukraine und die Furcht vor massiven wirtschaftlichen Folgen haben die globalen Finanzmärkte auch zum Beginn der neuen Woche erschüttert.

Die Ölpreise stiegen weiter deutlich, die Aktienkurse setzten ihre Talfahrt fort. Gefragt waren Gold, Staatsanleihen und Währungen wie der US-Dollar sowie der Schweizer Franken als sogenannte sichere Häfen.

Höchster Preis seit 2008

Am Montag drückten vor allem stark steigende Ölpreise zusätzlich auf die Stimmung. US-Außenminister Antony Blinken hatte wegen der weiteren Eskalation des Ukraine-Kriegs neue Strafmaßnahmen gegen Russland ins Spiel gebracht: Washington berate mit europäischen Verbündeten über einen möglichen Importstopp für Öl aus Russland. Dies trieb die Ölpreise zum Wochenauftakt auf den höchsten Stand seit 2008. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kletterte bis auf fast 140 US-Dollar. Zuletzt waren es noch mehr als 124 Dollar, ein Plus von über 6 Dollar.

Der Großhandelspreis für Erdgas sprang ebenfalls hoch und erreichte nach Angaben von Energiemarktexperten ein Allzeithoch. Laut Fabian Huneke vom Beratungsunternehmen Energy Brainpool wurde am Montagvormittag gegen 09.30 Uhr Erdgas zur Lieferung am Folgetag zeitweise für rund 335 Euro je Megawattstunde gehandelt. Zum Vergleich: Am 16. Februar, rund eine Woche vor dem russischen Angriff auf die Ukraine, war Erdgas zur Lieferung am Folgetag noch mit rund 69 Euro je Megawattstunde gehandelt worden.

Die Angaben des Energiemarktexperten beziehen sich auf das deutsche Marktgebiet auf der Handelsplattform Pegas, die von der Energiebörse EEX betrieben wird. Huneke sprach von einer «Panikstimmung» an den Märkten, hinter der die Sorge vor einer Versorgungsunterbrechung stehe.

Der Ölkonzern Shell hat wegen der angespannten Marktlage den Verkauf von Heizöl, Diesel und anderen Produkten an einige Großkunden in Deutschland vorerst eingeschränkt. Das geht aus einem Schreiben von Shell Deutschland vom Montag hervor, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Als Grund werden darin «massive Verwerfungen und Verknappungen auf den Energiemärkten» infolge des Kriegsausbruchs, der folgenden Sanktionen und der wirtschaftlichen Erholung nach der Pandemieflaute genannt.

Um weiterhin vertraglich zugesagte Verpflichtungen erfüllen zu können, schränke man den sogenannten Spotverkauf ein - also den aktuellen Verkauf von Öl, Diesel und anderen Produkten ohne vorherige Vereinbarungen. Man setze alle Hebel in Bewegung, «die Lieferketten bestmöglich zu stabilisieren», hieß es.

Auch Lebensmittel betroffen

«Nach oben schnellende Preise für Energie, Lebensmittel und Rohstoffe treiben die Inflation in Europa und darüber hinaus auf den höchsten Stand in 40 Jahren», sagte Holger Schmieding, Chefvolkswirt der Privatbank Berenberg. Rohstoffexperte Warren Patterson von der Großbank ING verwies in diesem Zusammenhang auch auf die Bedeutung der Ukraine und Russlands für die globale Produktion von Weizen.

Die Preise für Öl, Rohstoffe und Lebensmittel könnten laut Schmieding noch weiter steigen und die europäische Industrie könnte weitere Engpässe bei wichtigen Vorprodukten zu spüren bekommen. In diesem unsicheren Umfeld hätten die Aktienbörsen jeden Grund zu fallen. Langfristig gibt sich Schmieding aber auch ein wenig zuversichtlich. Die Energiewirtschaft etwa werde umgebaut, langfristig werde sie dadurch grüner und breiter aufgestellt. All das kostet aber erst einmal viel Geld.

Am deutschen Aktienmarkt ging die Talfahrt zu Beginn der neuen Woche etwas gebremst weiter. Der Dax brach zwischenzeitlich um rund fünf Prozent ein, drehte aber am Nachmittag sogar kurzzeitig ins Plus. Dann bröckelte er aber im Zuge einer schwächeren Eröffnung der New Yorker Wall Street wieder ab und verlor letztlich 1,98 Prozent auf 12.834 Punkte.

Seitdem der Dax Anfang Januar noch fast bis auf sein Rekordhoch von 16.290 Punkten gestiegen war, summieren sich die Verluste nun schon auf rund ein Viertel. Zu den wenigen Ausnahmen mit Kursgewinnen zählten am deutschen Aktienmarkt erneut Rüstungsunternehmen wie Rheinmetall und die Papiere von Düngerkonzernen wie K+S. An den anderen Aktienbörsen der Welt ging es am Montag ebenfalls klar bergab.

Gefragt war hingegen Gold. In Dollar gemessen stieg der Preis für eine Feinunze (rund 31,1 Gramm) erstmals seit dem Sommer 2020 auf mehr als 2000 Dollar. Zum Rekordhoch von etwas mehr als 2075 Dollar fehlt allerdings noch ein wenig. In Euro gemessen ist Gold wegen der gleichzeitigen Schwäche der Gemeinschaftswährung bereits so teuer wie noch nie.

So setzen Anleger im aktuellen Umfeld noch stärker auf Währungen wie den Schweizer Franken und den Dollar als sichere Häfen. Der Euro fiel am Vormittag bis auf 1,0806 Dollar und damit auf den tiefsten Stand seit Mai 2020.

Rohstoffe / Öl / Börsen / Edelmetalle / Währung / Lebensmittel / Krieg / Gaspreis / Gold / Antony Blinken / Deutschland / Frankreich / Spanien / China / Russland / Ukraine / Gesamtzusammenfassung
07.03.2022 · 19:42 Uhr
[5 Kommentare]
Angela Merkel, die ehemalige Bundeskanzlerin, thematisierte bei einem Event des Magazins 'Stern' die dringende Notwendigkeit, Regeln für Anwendungen der Künstlichen Intelligenz zu etablieren. Diese Entwicklungen faszinieren sie zwar, aber sie sieht auch die Notwendigkeit für klare Leitplanken und Regulationen, insbesondere in Hinblick auf die erwarteten transatlantischen Diskussionen mit den USA. […] (00)
vor 40 Minuten
Sam Asghari bezeichnet seine Beziehung mit Britney Spears als einen 'Segen'.
(BANG) - Sam Asghari bezeichnet seine Beziehung mit Britney Spears als einen "Segen". Der 31-jährige Model- und Schauspielstar lernte die 'Toxic'-Sängerin 2016 am Set ihres 'Slumber Party'-Musikvideos kennen. Die beiden heirateten 2022, trennten sich jedoch 14 Monate später wieder – aber er wird die gemeinsame Zeit immer dankbar in Erinnerung behalten. "Alles ist einfach so natürlich und normal […] (00)
vor 4 Stunden
Der US-amerikanische Elektrofahrzeughersteller Rivian, der als aufstrebender Herausforderer von Tesla gilt und eine bedeutende Partnerschaft mit Volkswagen eingegangen ist, entwickelt nachhaltige Ansätze für autonomes Fahren. Im Zentrum der Innovation steht ein selbst entwickelter Spezial-Chip sowie der Einsatz von Lidar-Technologie, der künftig den neuen Modellen der R2-Serie als […] (00)
vor 1 Stunde
PSSR 2 könnte die PS5 Pro endlich zur „Super-Konsole“ machen, die sie sein soll
PlayStation bereitet das bislang größte Upgrade für seine hauseigene Upscaling-Technologie vor. PSSR 2, intern auch MFSR2 (Multi-Frame Super Resolution 2) genannt, soll 2025 nicht einfach nur eine neue Version werden, sondern eine komplett überarbeitete Rendering-Pipeline, die Bildqualität drastisch verbessert, GPU-Last senkt und typische PSSR-Probleme wie Artefakte oder Flimmern deutlich […] (00)
vor 1 Stunde
'28 Years Later III' soll Berichten zufolge nach dem starken Echo auf den zweiten Teil vorankommen.
(BANG) - '28 Years Later III' soll Berichten zufolge nach dem starken Echo auf den zweiten Teil vorankommen. Sony soll bereit sein, mit der Arbeit an dem dritten Film der neuen Horror-Trilogie zu beginnen, nachdem Fans bei Vorabvorführungen des kommenden Sequels '28 Years Later: The Bone Temple' begeistert reagierten. Laut 'Deadline' soll Alex Garland für den dritten Film erneut das Drehbuch […] (00)
vor 4 Stunden
Ski alpin Weltcup
St. Moritz (dpa) - Die Schweizer Skirennfahrerin Michelle Gisin ist im Training zur Weltcup-Abfahrt von St. Moritz schwer gestürzt und hat sich dabei an der Halswirbelsäule verletzt. Die 32-Jährige kam bei hoher Geschwindigkeit vor einer Linkskurve zu Fall und krachte heftig in den Fangzaun. Nach einer Erstversorgung wurde sie mit einem Helikopter in das Krankenhaus von St. Moritz gebracht - von […] (01)
vor 6 Stunden
man, business, adult, suit, bitcoin, cryptocurrency, blockchain, crypto, formal, confident, corporate, success, lifestyle, modern, executive, gray business, gray company, bitcoin, bitcoin, cryptocurrency, crypto, crypto, crypto, crypto, crypto
SpaceX und BlackRock haben kürzlich mehr als 296 Millionen $ in Bitcoin (BTC) zu Coinbase Prime verschoben, wie On-Chain-Tracker bei Lookonchain berichten. Die großen Transfers erfolgten nur Stunden bevor die US-Notenbank eine Senkung des Leitzinses um 25 Basispunkte bestätigte, was in einem ohnehin angeschlagenen Markt für zusätzliche Spannung sorgte. Das Timing hat Trader zu einer […] (00)
vor 1 Stunde
Politische Maßnahmen gegen Kfz- Unterschlagungen gefordert
Neuss, 11.12.2025 (PresseBox) - Deutschland verzeichnet seit Jahren einen deutlichen Anstieg organisierter Fahrzeugunterschlagungen. Betroffen sind mittelständische Vermieter ebenso wie große Mobilitätsanbieter. Eine breite Allianz aus Autovermietern, Auto- Abo-Anbietern und Flottenbetreibern warnt nun vor gravierenden wirtschaftlichen Schäden und fordert entschiedenes Handeln des […] (00)
vor 5 Stunden
 
Öl-Pipeline in Brandenburg defekt
Gramzow (dpa) - Nach dem Auslaufen großer Mengen Rohöl aus einem Leck an einer Pipeline im […] (00)
In einem bemerkenswerten Wendepunkt in den Verhandlungen über den Ukraine-Konflikt sieht ein […] (01)
MBDA-Logo (Archiv)
Berlin - Das Rüstungsunternehmen MBDA fordert von der Bundesregierung, größere Vorräte […] (04)
Deutscher Bundestag (Archiv)
Berlin - Das Vertrauen der Deutschen in staatliche Institutionen, Parteien und Medien sinkt. […] (00)
«Doc Caro» fährt weiter Achterbahn
Am Vorabend war das Dinner für extrem saftige Quoten gut. Am 9. Oktober 2024 holte Carola Holzner mit […] (00)
Borderlands 4 – Bloomreaper der Unbesiegbare
Heute haben 2K und Gearbox Software den ersten kostenlosen Raid-Bosskampf für  Borderlands 4 […] (00)
business, computer, security, currency, finance, bitcoin, money, digital, financial, technology, coin, crypto, blockchain, cryptography, gold, mining, virtual, bit-coin, btc, encrypted, cash, conceptual, wallet, golden, cryptocurrency, ethereum, litecoin,
Bitcoin Realized Cap Growth sinkt in letzter Zeit Wie vom Analysten Maartunn von der […] (00)
Lindsey Vonn
St. Moritz (dpa) - Die Reise zum Sehnsuchtsort Cortina d'Ampezzo beginnt für Lindsey Vonn in […] (01)
 
 
Suchbegriff