Ukraine hofft auf Unterstützung: Selenskyj und die Erwartungen an Europa
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bleibt hoffnungsvoll in Bezug auf die Lieferung deutscher Marschflugkörper des Typs Taurus. Bei einem Treffen mit Außenministerin Annalena Baerbock in Kiew zeigte er sich zuversichtlich, dass unter dem möglichen Kanzler Friedrich Merz bald eine Entscheidung getroffen wird.
Gespräche mit der deutschen Regierung laufen, doch Selenskyj hält sich mit genauen Details zurück, bis das Amt des Kanzlers offiziell besetzt ist. Offen äußerte er seinen Wunsch, dass Merz die Lieferung der gewünschten Waffen zustimmen wird.
Gleichzeitig bedankte sich Selenskyj via der Plattform X für die bisherige finanzielle Unterstützung aus Deutschland. Merz selbst hatte im Februar angemerkt, dass die Entscheidung über die Lieferung von Taurus im Rahmen europäischer Abstimmungen getroffen werden müsse, unter der Prämisse, dass Deutschland keine Kriegspartei wird.
Annalena Baerbock reiste nach ihrem Treffen in Kiew weiter nach Moldawien. Vor dortigen Parlamentswahlen versicherte sie dem Land Unterstützung gegen russische Einflussnahmeversuche. Baerbock kritisierte hierbei Russlands Methoden der Desinformation und Demokratieuntergrabung.
Unterdessen erwartet die Ukraine in dieser Woche hochrangige Militärvertreter, darunter aus Frankreich und Großbritannien, um über eine mögliche Stationierung europäischer Bodentruppen zur Abschreckung Russlands zu sprechen. Selenskyj plant, eine neue Sicherheitsarchitektur zu besprechen. Trotz möglicher Bereitschaft der USA zur Truppenstationierung nach Kriegsende, lehnt Russland eine solche Maßnahme entschieden ab.
Darüber hinaus liegen Selenskyj weitere Verstöße Russlands gegen die Waffenruhe für den Energiesektor am Herzen. Er ruft die USA zu klaren Sanktionsschritten auf, um Russland für die Angriffe zur Verantwortung zu ziehen. Russland hingegen beschuldigt die Ukraine, die russische Energieinfrastruktur zu attackieren, und hat entsprechende Beschwerden bei den USA sowie den Vereinten Nationen eingereicht.
In diesem komplexen geopolitischen Spannungsfeld bleibt die Frage nach dem Umgang mit der Waffenruhe zentral, während die Ukraine weiterhin auf westliche Unterstützung im Kampf gegen den russischen Angriff hofft.

