Übernahmespekulationen und Wachstumsaussichten: Qiagen im Fokus
Der im Rampenlicht der Übernahmespekulationen stehende DAX-Konzern Qiagen verzeichnete für das Jahr 2025 eine erhöhte Nachfrage nach seinen Kernprodukten. Für das kommende Jahr 2026 plant der Labordienstleister und Diagnostikanbieter ein vergleichbares Wachstum, auch der Gewinn soll weiter zulegen. Finanzvorstand Roland Sackers betonte in einer Pressekonferenz, dass das Unternehmen gut aufgestellt sei, um sich eigenständig weiterzuentwickeln. Die Gerüchte über eine mögliche Übernahme wollte er nicht kommentieren, aber auch nicht dementieren.
Die Aktie verzeichnete daraufhin einen leichten Rückgang. Zuletzt notierte die Qiagen-Aktie um ein halbes Prozent niedriger, womit sich der Abwärtstrend nach einem vorherigen Kursanstieg fortsetzte. Mitte Januar war die Aktie wegen Übernahmefantasien um etwa 20 Prozent angestiegen, verlor jedoch seither rund neun Prozent. Laut Bloomberg zieht der Konzern Berater zu Rate, um strategische Optionen, einschließlich eines möglichen Verkaufs, zu prüfen.
Finanzchef Sackers äußerte sich hierzu nicht konkret, verwies jedoch darauf, dass Qiagen ein attraktives Portfolio besitze und es für Unternehmen üblich sei, regelmäßig ihre Optionen zu prüfen. Das Unternehmen fokussiert sich weiterhin auf seine Strategie bis 2028 und plant angesichts der gestiegenen Margen, seine Profitabilitätsziele noch im laufenden Jahr anzuheben. Diese Aufgabe soll jedoch einem neuen Konzernchef überlassen werden, da der derzeitige CEO Thierry Bernard seinen Posten räumen wird, sobald ein Nachfolger gefunden ist.
Qiagen, bekannt für seine Probentechnologien und Diagnostiklösungen, hatte in der Pandemie hohen Profit aus Covid-Tests geschlagen, sieht jedoch seit 2024 wieder Wachstum. Das Jahr 2025 brachte einen Umsatzanstieg von sechs Prozent auf 2,09 Milliarden Dollar und einen Gewinnsprung auf 425 Millionen Dollar. Trotz der durch US-Zölle verursachten Hürde stieg auch das operative Ergebnis erheblich.
Die strategischen Aussichten sind vielversprechend. Geplante Aktienrückkäufe und eine mögliche Erhöhung der Dividende stehen zur Diskussion. Für 2026 rechnet das Management mit einem Umsatzwachstum von mindestens fünf Prozent, befeuert durch Qiagens Wachstumstreiber sowie den kürzlichen Zukauf des US-Biotech-Unternehmens Parse Biosciences, der 40 Millionen Dollar Umsatz beitragen soll. Obwohl ein EPS-Rückgang im ersten Quartal erwartet wird, sehen die Verantwortlichen keine langfristige Belastung durch US-Zölle. Zudem plant Qiagen, seine Logistikketten zur Umgehung zusätzlicher Zölle zu optimieren. Das Unternehmen erwägt weiterhin zusätzliche, komplementäre Übernahmen.

