Übernahme-Poker um Warner Brothers: Paramount gegen Netflix im Schlagabtausch

Warner Brothers steht erneut im Rampenlicht der Übernahmeschlachten von Hollywood. Der legendäre Filmriese hat zugestimmt, die Verhandlungen mit Paramount Pictures wieder aufzunehmen, was potenziell die Spielregeln im Ringen um den Konzern neu definieren könnte. Diese Entwicklung folgt auf Berichte, die darauf hindeuten, dass Paramount möglicherweise attraktivere Konditionen bieten könnte als der bisherige Spitzenreiter Netflix.
In den letzten Tagen reagierten die Finanzmärkte bereits auf diese dynamischen Entwicklungen: Während Warner und Paramount einen Anstieg ihrer Aktien um zwei beziehungsweise fast sechs Prozent verzeichneten, mussten die Anteilsscheine von Netflix einen Rückgang um ein Prozent hinnehmen.
Ursprünglich hatten Warner und Netflix Anfang Dezember eine bindende Übernahmevereinbarung unterzeichnet. Kurz darauf trat überraschend Paramount auf den Plan und legte ein beeindruckendes Angebot von 108,4 Milliarden Dollar auf den Tisch. Netflix war indes nicht untätig und modifizierte sein Gebot: Die Kalifornier offerierten, ihre Offerte von 83 Milliarden US-Dollar inklusive Schulden in bar zu begleichen, mit der Absicht, die TV-Sender, darunter CNN, als eigenständiges Unternehmen auszugliedern. Paramount stieg in das Angebot ein, indem es anbot, eine Vertragsstrafe von 2,8 Milliarden Dollar im Falle eines Scheiterns des Deals mit Netflix zu übernehmen.
Aktuell hat Warner die Erlaubnis, sieben Tage mit Paramount über die jüngste Offerte zu verhandeln. Ausschlaggebend für diese Entscheidung war ein mündliches Angebot von Paramount, welches einen Preis von 31 Dollar pro Aktie andeutete und damit über dem bisherigen Angebot lag. Dieses Angebot repräsentiert jedoch nur einen Vorgeschmack auf das, was Paramount noch bieten könnte.
Hinter den Kulissen dreht sich der Bieterkampf auch um CNN, den kontroversen Nachrichtensender, der häufig kritisch über Donald Trump berichtet. Der ehemalige US-Präsident äußerte sich zuletzt dahingehend, dass er auf einen Eigentümerwechsel bei CNN im Zuge eines Deals besteht. Dies erhält zusätzliche Brisanz, da Paramount von der Familie des als Trump-Unterstützer bekannten Milliardärs Larry Ellison übernommen wurde, wodurch Befürchtungen um die redaktionelle Unabhängigkeit von CNN laut werden.

