UBS überrascht mit starkem Gewinnsprung im dritten Quartal
Die Schweizer Großbank UBS konnte im dritten Quartal einen beeindruckenden Gewinnsprung verzeichnen und übertraf damit die Erwartungen der Analysten deutlich. Dank der erfolgreichen Bereinigung zweier großer Rechtsfälle stieg der Gewinn im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um satte 74 Prozent auf 2,48 Milliarden US-Dollar. Der Abschluss eines Steuerstreits in Frankreich sowie die Klärung im Fall um Ramsch-Hypotheken der übernommenen Credit Suisse trugen maßgeblich zu dieser Entwicklung bei. Der Vorsteuergewinn der Bank erhöhte sich um 47 Prozent auf 2,83 Milliarden US-Dollar, und bereinigt um verschiedene Posten ergab sich sogar ein Vorsteuergewinn von 3,59 Milliarden US-Dollar, was einem Zuwachs von 50 Prozent entspricht.
Diese Resultate wurden von der Börse anfänglich sehr positiv aufgenommen, weshalb die UBS-Aktie um bis zu vier Prozent zulegte. Im Verlauf des Handelstags setzte jedoch eine Korrektur ein, und der Kurs fiel um rund ein Prozent auf 30,64 Franken zurück. Ursachen hierfür waren unter anderem verhaltene Prognosen seitens der UBS und Unsicherheiten im Zusammenhang mit den AT1-Anleihen der Credit Suisse. Die AT1-Anleihen, eine Form hochverzinslichen Kapitals, stehen derzeit im Fokus eines Rechtsstreits, nachdem das Bundesverwaltungsgericht die Annullierung eines Beschlusses der Finanzmarktaufsicht Finma zu deren Abschreibung aufgehoben hat. Die UBS hat angekündigt, gegen diese Entscheidung Berufung einzulegen, ähnlich der Finma, die ebenfalls den Gang zur nächsten Instanz plant. Trotz der Turbulenzen konnte die UBS im bisherigen Jahr eine Kurssteigerung von über zehn Prozent verbuchen, bleibt jedoch hinter vielen europäischen Bankaktien zurück.
Beispielsweise verzeichnete die Deutsche Bank einen Kursanstieg von fast 80 Prozent im selben Zeitraum. Operativ legten die Erträge der UBS um drei Prozent auf 12,8 Milliarden US-Dollar zu, während die Kosten um vier Prozent auf 9,8 Milliarden US-Dollar gesenkt werden konnten, was zu einem verbesserten Kosten-Ertrags-Verhältnis von 77 Prozent führte. Besonders erfolgreich zeigte sich das Kerngeschäft der globalen Vermögensverwaltung mit einem Zufluss von Netto-Neugeldern in Höhe von 38 Milliarden Dollar, wodurch das verwaltete Vermögen auf 6,9 Billionen Dollar anstieg.
Auch bei der Integration der Credit Suisse hat die UBS wesentliche Fortschritte erzielt, inklusive erheblicher Kosteneinsparungen. Das Ziel einer Einsparung von zehn Milliarden Dollar wurde bereits ein Quartal früher als geplant erreicht. Bis 2026 strebt die Bank Einsparungen von insgesamt 13 Milliarden Dollar an. Für die kommenden Monate bleibt die UBS vorsichtig optimistisch. Zwar sind die Transaktionsaktivitäten und die Deal-Pipelines stabil, jedoch könnten makroökonomische Unsicherheiten sowie der starke Franken die Geschäftsaussichten beeinträchtigen. Ein längerer Shutdown der US-Bundesverwaltung könnte darüber hinaus die Kapitalmarktaktivitäten verzögern.

