UBS-Analystenstimmen belasten United Internet und Töchter: Sorgen um KI-Konkurrenz

Die Dämpfer aus dem Analystenlager der UBS ließen am Dienstag die Papiere von United Internet und seiner Unternehmensgruppe schwer in die Knie gehen. Das Investmenthaus revidierte die Empfehlungen für die beiden Tochterunternehmen des Mobilfunk- und Internetkonglomerats und löste damit signifikante Kursverluste auf dem Börsenparkett aus: So sank der Kurs von Ionos um satte acht Prozent, während 1&1 immerhin noch 4,4 Prozent verlor. Auch der Mutterkonzern United Internet selbst musste Verluste von 4,6 Prozent einstecken.
Die jüngste Entwicklung bei 1&1 und United Internet war in den zurückliegenden Monaten eigentlich positiv verlaufen, was die moderateren Rückgänge bei den Aktien erklärt. Für Ionos jedoch bleibt die Lage bedrückend. Die Anteilsscheine setzten ihren Abwärtstrend fort und verzeichneten ein weiteres Tief seit fast einem Jahr. Seit dem Höchststand im August haben die Titel bereits über 40 Prozent verloren. Analyst Polo Tang von UBS führt dies auf die zunehmenden Sorgen bezüglich des Wettbewerbs durch künstliche Intelligenz zurück.
In seiner Bewertung äußerte Tang, dass er auf absehbare Zeit keine Entspannung bei Ionos sieht. Das angestrebte Ziel für 2026 deutet zwar auf beschleunigtes Wachstum hin, wird jedoch die Befürchtungen hinsichtlich eines Rückstands im Bereich KI kaum ausräumen. Der Aufstieg von KI-fähigen Tools könnte die bestehenden Lösungen von Ionos unter Druck setzen.
1&1 konnte durch den Ausbau des eigenen Mobilfunknetzes zuletzt eine starke Position seit 2021 einnehmen, was die UBS nun zur Herabstufung des Ratings auf „Neutral“ veranlasste. Ein mögliches Zusammengehen mit einem anderen deutschen Betreiber wäre theoretisch vorteilhaft, erscheint jedoch momentan unrealistisch. Wenngleich eine Begrenzung der Investitionen in das Netz den freien Mittelzufluss verbessern könnte, steht ein solcher Schritt nicht unmittelbar an.
Unter den betrachteten Aktien behält Analyst Tang einzig für den Mutterkonzern United Internet seine Kaufempfehlung bei. Dies begründet er damit, dass der Konzern selbst für Investoren die attraktivste Option darstellt. Denn obwohl die beiden Töchter die Bilanz drücken, impliziere deren Wert einen negativen Eigenkapitalwert für den restlichen Konzern.

