Ubisoft enthüllt „Vantage Studios“: Ein neues Zeitalter für Assassin’s Creed, Far Cry und Rainbow Six?
Nach der Gründung seiner neuen Tochtergesellschaft hat Ubisoft nun den Namen des frischen Studios unter seinem Banner bekannt gegeben: Vantage Studios. Die Einheit wird von Ubisoft als „kreatives Haus“ beschrieben und übernimmt die Verantwortung für die Entwicklung der größten Franchises des Unternehmens – Assassin’s Creed, Far Cry und Rainbow Six. Dies ist ein strategischer Schachzug, der darauf abzielt, diesen etablierten Marken neues Leben einzuhauchen und ihre Expansion in noch unerschlossene Gebiete voranzutreiben.
Die Mission von Vantage Studios: Entwicklung und Expansion
Zu den Verantwortlichkeiten von Vantage Studios gehört es, „die Entwicklung und Expansion dieser Marken zu übernehmen, auf dem Fundament von Ubisofts Erfahrung und Expertise aufzubauen, Dienstleistungen und technische Ressourcen zu teilen, und den Entwicklern gleichzeitig mehr Kontrolle über die Spiele zu geben, die sie erstellen.“ Diese dezentralisierte Herangehensweise verspricht, die Kreativität zu fördern und die Qualität der Spiele durch eine direktere Beteiligung der Entwickler zu steigern. Es ist eine mutige Vision, die das Potenzial hat, die Art und Weise, wie Ubisoft Spiele entwickelt, grundlegend zu verändern.
Führung und Team: Familienbande und globale Expertise
Vantage Studios wird von Charlie Guillemot – dem Sohn des Ubisoft-CEO Yves Guillemot – und Christophe Derennes in den Rollen der Co-CEOs geleitet. Seine Mitarbeiter setzen sich aus einer Vielzahl von Entwicklern aus Ubisofts verschiedenen Entwicklungsstudios in Montréal, Quebec, Sherbrooke, Saguenay, Barcelona und Sofia zusammen. Diese internationale Zusammenstellung des Teams bringt eine reiche Vielfalt an Perspektiven und Talenten mit sich, die für die komplexen Aufgaben, die vor Vantage Studios liegen, unerlässlich sind.
Ubisofts Transformation: Stärkere Verbindung zu den Spielern
„Vantage Studios stellt einen ersten Schritt in Ubisofts laufender Transformation dar, mit Plänen, weitere kreative Häuser einzurichten und seine Marken und Franchises unter dem Banner einer gemeinsamen DNA und Entwicklungsexpertise zu gruppieren“, schrieb das Unternehmen in seiner Ankündigung. „Das Ziel von Vantage Studios und zukünftigen kreativen Häusern ist es, stärkere und tiefere Verbindungen zwischen Entwicklern und Spielern zu ermöglichen.“ Diese ehrgeizige Vision zielt darauf ab, die Bedürfnisse der Spieler noch besser zu verstehen und in die Entwicklung einzubeziehen, was letztendlich zu noch fesselnderen und relevanteren Spielerlebnissen führen soll.
Ursprünge und Zweck: Tencent-Investition und narratives Gaming
Vantage Studios wurde bereits Anfang dieses Jahres angekündigt, wobei Berichte darauf hindeuteten, dass es sich um ein Joint Venture zwischen Ubisoft und Tencent handeln würde. Ein Bericht vom Mai wies darauf hin, dass der primäre Zweck des Studios darin bestehen würde, Single-Player-Spiele und narrative Erlebnisse zu entwickeln sowie die bereits bestehenden Live-Service-Angebote von Ubisoft durch häufigere Inhaltsupdates zu erweitern. „Um diese Vision zu unterstützen, arbeitet das Unternehmen derzeit an der Neugestaltung seines Betriebsmodells mit dem Ziel, die Bedürfnisse der Spieler besser zu erfüllen, eine überragende Spielqualität zu liefern und eine disziplinierte Kapitalallokation voranzutreiben“, schrieb das Unternehmen. „Das Management strebt an, die neue Organisation bis Ende des Jahres bekannt zu geben.“
Ubisoft hatte angemerkt, dass das Studio – damals nur als unbenannte Tochtergesellschaft bezeichnet – mit der Vision gegründet wurde, das gesamte Betriebsmodell des Unternehmens neu zu gestalten, um seine Ziele in Bezug auf Spielqualität und Kapitalallokation besser zu erreichen. Die Tochtergesellschaft wurde mit einer Investition von 1,16 Milliarden Euro von Tencent gegründet, wodurch das Unternehmen auch einen wirtschaftlichen Anteil von etwa 25 Prozent erhielt. „Mit dieser Transaktion wird Tencent 1,16 Milliarden Euro in eine primäre Emission durch die neue Tochtergesellschaft investieren und einen wirtschaftlichen Anteil von etwa 25 % erwerben“, erklärte Ubisoft. „Zum Abschluss werden mindestens 500 Millionen Euro an Ubisoft abgeführt, um den ausreichenden Bedarf an Betriebskapital der neuen Tochtergesellschaft zum Start zu sichern.“
Charlie Guillemot: Nepotismus oder verdiente Position?
Was die Rolle von Yves Guillemots Sohn als Co-CEO bei Vantage Studios betrifft, waren bereits im Juli Fragen aufgetaucht, als seine Ernennung bekannt gegeben wurde. In einem Interview sprach Charlie Guillemot darüber, dass seine Ernennung trotz seiner familiären Verbindung zu Yves kein Fall von Vetternwirtschaft sei. „Ich habe das letzte Jahrzehnt damit verbracht, Erfahrungen innerhalb und außerhalb von Ubisoft zu sammeln, Teams zu leiten, Marken zu managen und Veränderungen in einer sich schnell entwickelnden Branche zu meistern“, erklärte er. „Ich habe auch die bewusste Entscheidung getroffen, mich zurückzuziehen, als es sinnvoll war, um anderswo zu lernen und zu wachsen.“ Diese Erklärung unterstreicht seinen Anspruch, die Position aufgrund seiner Qualifikationen und Erfahrungen und nicht allein aufgrund seines Nachnamens zu bekleiden.


