Überraschender Abgang: Trump verlässt G7-Gipfel vorzeitig
Die internationale Bühne des G7-Gipfels in Kanada erlebte eine überraschende Wendung, als US-Präsident Donald Trump seine Teilnahme abrupt abbrach, um nach Washington zurückzukehren. Diese unerwartete Entscheidung wurde von nahöstlichen Angelegenheiten motiviert, hinterließ jedoch einen bleibenden Eindruck und zahlreiche offene Fragen bei den versammelten Staats- und Regierungschefs der führenden westlichen Demokratien. Während Trump den Gipfel verließ, blieb die Frage nach einem möglichen militärischen oder diplomatischen US-Engagement im nahöstlichen Konflikt zwischen Israel und dem Iran unbeantwortet.
Trotz dieses abrupter Abgangs versuchten die G7-Vertreter, Ruhe zu bewahren. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron bewertete die US-Bemühungen um einen möglichen Waffenstillstand zwischen Israel und dem Iran positiv. Diese Entspannung wurde jedoch von Trumps provokanter Forderung überschattet, Russland wieder in die G7 aufzunehmen, was auf dem anderen Kontinent auf entschiedene Ablehnung vor allem angesichts der anhaltenden Spannungen um die Ukraine stieß.
Auf weiteren wichtigen Themenfeldern, wie den von den Europäern geforderten Russland-Sanktionen und dem belastenden Zollstreit zwischen der EU und den USA, blieben Fortschritte aus. Trump positionierte sich hier defensiv und wies auf die wirtschaftlichen Auswirkungen solcher Maßnahmen hin. Dennoch konnten sich die verbleibenden G7-Staaten noch auf eine gemeinsame Erklärung zur Situation im Nahen Osten einigen, die Israels Verteidigungsrecht betonte und den Iran als instabilisierende Kraft in der Region bezeichnete.
Mit Trumps vorzeitiger Abreise schrumpfte die Runde der G7 zu einer G6, und der US-Präsident verpasste wichtige Gespräche, unter anderem mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj sowie weiteren geladenen Gästen aus Mexiko, Indien, Südafrika, Indonesien und Südkorea. Das Signal der Einigkeit, das insbesondere der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz erhofft hatte, blieb aus, und so schließt der Gipfel eher mit einem Gefühl der Ungewissheit als der Einigkeit.

