Überraschende Arbeitsmarktdaten belasten US-Börsen
Ein unerwartet schwächelnder Arbeitsmarktbericht aus den USA hat die Investoren an der New Yorker Wall Street und der Technologiebörse Nasdaq auf dem falschen Fuß erwischt. Die Marktreaktionen ließen die Kurse fallen. Der Dow Jones Industrial Index verlor 1,23 Prozent und schloss bei 43.588,58 Punkten, was dem niedrigsten Stand seit Ende Juni entspricht. Nach der Rekordjagd der vergangenen Woche scheint die Rallye an den US-Börsen vorerst zum Stillstand gekommen zu sein.
Im Verlauf der Woche verzeichnete der Dow kontinuierliche Verluste und beendete die Woche mit einem Rückgang von nahezu drei Prozent – der schwächsten Performance seit Anfang April. Auch andere Indizes blieben nicht verschont: Der umfassendere S&P 500-Index sank um 1,60 Prozent auf 6.238,01 Punkte, während der Nasdaq 100 einen Verlust von 1,96 Prozent auf 22.763,31 Zähler hinnehmen musste.
Verantwortlich für die angespannte Lage ist der Einbruch auf dem US-Arbeitsmarkt. Außerhalb der Landwirtschaft gab es im Juli nur 73.000 neue Stellen, während Fachleute im Durchschnitt 104.000 erwartet hatten. Besonders ins Gewicht fiel die nachträgliche Korrektur der Zahlen der vorausgegangenen Monate um 258.000 nach unten. Ökonom Thomas Gitzel von der VP Bank betonte die schwerwiegenden Auswirkungen der jüngsten Zollstreitigkeiten auf den Arbeitsmarkt.
Diese Zölle, so Gitzel, könnten die wirtschaftliche Entwicklung stärker ausbremsen als zuvor erwartet und die Inflation erhöhen. Dies könnte das reale Einkommen und somit die Konsummöglichkeiten merklich beeinträchtigen. Für zusätzliche Unruhe sorgte die überraschende Ankündigung des Rücktritts der Fed-Gouverneurin Adriana Kugler zum 8. August. Ihre Amtszeit war ursprünglich bis Januar nächsten Jahres vorgesehen.
Damit steht die US-Notenbank unter erhöhtem Druck des Präsidenten, die Zinspolitik zu ändern. Unklar bleibt, wer die Nachfolge von Fed-Chef Jerome Powell antreten wird, dessen Amtszeit 2026 endet. Nicht nur der Arbeitsmarkt schockierte, auch Unternehmenszahlen ließen bei Anlegern die Alarmglocken schrillen. Der Quartalsbericht von Amazon enttäuschte mit einem Kursrückgang um 8,3 Prozent, hervorgerufen durch schwache Ergebnisse der Cloud-Plattform AWS.
Im Gegensatz dazu überzeugte Apple mit seinen Zahlen: JPMorgan lobte das beschleunigte Umsatzwachstum bei iPhone und Mac, dennoch fiel die Aktie um 2,5 Prozent. Stark betroffen waren auch kleinere Titel: Coinbase brach um 16,7 Prozent ein, nachdem das Unternehmen einen unerwartet niedrigen Quartalsumsatz meldete. Ein Lichtblick war hingegen Reddit, dessen Aktien um 17,5 Prozent stiegen, dank des bisher profitabelsten Quartals und optimistischer Umsatzaussichten für das nächste Quartal.
Weniger erfreulich zeigte sich die Lage bei Moderna, deren Anteile um 6,6 Prozent zurückgingen, nachdem das Unternehmen seine Umsatzprognose für das laufende Jahr herabstufte.

