Turbulenzen im europäischen Autosektor: Stellantis-Aktien unter Druck
Die Finanzmärkte Europas blicken mit Besorgnis auf Stellantis, das multinationale Automobilunternehmen, das aufgrund enttäuschender Halbjahreszahlen eine schwache Performance zeigte. Die Aktien des Konzerns verloren 1,3 Prozent ihres Wertes und fielen auf 7,81 Euro, nachdem für das erste Halbjahr ein überraschender Milliardenverlust bekanntgegeben wurde. Diese Entwicklung platzierte sie unter die Schlusslichter im EuroStoxx 50.
Bereits zu Handelsbeginn erlebten die Papiere einen Kursrutsch bis auf 7,62 Euro, womit sie gefährlich nah an ihr Rekordtief von 7,265 Euro vom April dieses Jahres herankamen. Philippe Houchois, Analyst bei Jefferies, kommentierte die Resultate als schwach, betonte jedoch, dass der Markt bereits mit einem negativen Ergebnis gerechnet hatte.
Der kriselnde Autobauer verzeichnete aufgrund von Wertberichtigungen einen Nettoverlust von 2,3 Milliarden Euro für das erste Halbjahr – eine scharfe Kehrtwende im Vergleich zum Vorjahresgewinn von 5,6 Milliarden Euro. Die aktuellen Verluste wurden überwiegend durch Sonderkosten von insgesamt 3,3 Milliarden Euro verursacht, die sich unter anderem aus dem Abbruch von Programmen, Abschreibungen auf technische Plattformen und dem umfassenden Konzernumbau ergaben.
Für das zweite Quartal äußerte sich UBS-Analyst Patrick Hummel skeptisch. Das bereinigte operative Ergebnis lag mit 0,5 Milliarden Euro weit unter den Erwartungen seiner und der Konsensschätzung von 2,1 Milliarden Euro. Zusätzlich zeigte sich der Cashflow als höher als ursprünglich erwartet.
Der europäische Autosektor insgesamt zeigte zuletzt kaum Veränderungen, während sich die Aktien von BMW, Mercedes-Benz und Volkswagen relativ stabil präsentierten und sich im Gleichklang mit dem Sektor bewegten.

