Turbulenzen bei der Lufthansa: Streiks zum 100-jährigen Jubiläum

Die Lufthansa, eines der Aushängeschilder der deutschen Luftfahrt, sieht sich anlässlich ihres 100-jährigen Bestehens einer ernsthaften Herausforderung gegenüber: Für diesen Donnerstag haben sowohl die Piloten als auch das Kabinenpersonal Arbeitsniederlegungen angekündigt. Besonders betroffen ist der größte deutsche Flughafen in Frankfurt, wo ein Großteil der Lufthansa-Flüge stattfinden soll. Die Airline erklärte, die kurzfristig angekündigten Streiks treffen die Passagiere "extrem hart und unverhältnismäßig". Das genaue Ausmaß der Ausfälle bleibt zwar unbenannt, doch die Abflugtafeln in Frankfurt spiegeln bereits eine deutliche Reduzierung der Lufthansa-Flüge wider. Die Fluggäste wurden aufgefordert, ihre Kontaktdaten zu hinterlegen, um bei kurzfristigen Änderungen informiert zu werden. Der Streik betrifft nicht nur die Lufthansa und ihre Frachtsparte, sondern auch die Regionaltochter Cityline. Neben den Drehkreuzen Frankfurt und München sind auch Städte wie Hamburg, Bremen und Berlin betroffen. Die deutliche Dominanz der Lufthansa in Frankfurt – etwa 70 Prozent der Flüge sind ihr zuzurechnen – lässt eine hohe Zahl an Streichungen erwarten. Ein Sprecher des Flughafens rät von spontanen Besuchen ab, um unnötige Menschenansammlungen zu vermeiden.
Ursprünglich waren am Donnerstag 1074 Flugbewegungen mit 140.000 Passagieren vorgesehen, doch Marktkreise prognostizieren den Ausfall von mehr als 200 Starts der Airline. Betroffene Passagiere sollen von Lufthansa auf dem schnellsten Wege Unterstützung erhalten. Umbuchungen und der Umstieg auf alternative Verkehrsmittel wie die Bahn werden angeboten. Innerhalb der Lufthansa-Group bleiben eine Vielzahl von Verbindungen bestehen, darunter von Eurowings oder den internationalen Partnern Swiss, Austrian und Brussels Airlines. Eurowings verkündete, zusätzliche Flüge auf Nord-Süd-Verbindungen anzubieten. Streikende Passagiere haben je nach Flugdistanz Anspruch auf Entschädigungen zwischen 250 und 600 Euro. Ersatzbeförderungen sollen schnell organisiert werden, und während der Wartezeit am Flughafen stehen Verpflegung und Unterkünfte zur Verfügung.
Die Piloten fordern insbesondere erhöhte Arbeitgeberbeiträge zu Renten und Übergangsleistungen, nachdem friedliche Verhandlungen keinen Erfolg zeigten. Die Kabinengewerkschaft Ufo drängt ohne Urabstimmung auf Tarifverträge, um mögliche Arbeitsplatzverluste abzufedern. Die Verhandlungen drohen festzustecken, da das Management den bisherigen Forderungen keine Beachtung schenkt.

