Tui plant Rückkehr in den Markt für günstige Pauschalreisen

Der Reisekonzern Tui unternimmt neue Schritte, um in den Markt für günstigere Pauschalreisen zurückzukehren. Sebastian Ebel, Vorstandsvorsitzender von Tui, kündigte im Vorfeld der Hauptversammlung in Hannover an, dass die Einführung einer Zweitmarke für preiswertere Angebote geplant sei. Ziel dieser Strategie ist es, das Geschäft mit Tuis Hauptmarke, die für hochpreisige Reisen steht, zu schützen. Konkrete Details sollen innerhalb der kommenden drei bis sechs Monate folgen.
Ebel distanziert sich von der Markenstrategie seines Vorgängers Fritz Joussen, der die Unternehmenstochter Thomson in Großbritannien und 1-2-Fly in Deutschland unter der Hauptmarke vereinte, um die Markenvielfalt zu reduzieren. Derzeit ist Tui verstärkt im hochpreisigen Segment mit Marken wie Riu und Robinson aktiv. Trotz wachsender Nachfrage im Niedrigpreissegment scheinen wichtige Wettbewerber wie Thomas Cook/Neckermann und FTI zunehmend zu schwächeln. Trotz der Herausforderungen, die spät gebuchte Reisen mit sich bringen, sieht Tui weiter Potenzial im Budget-Segment.
Ebel betont jedoch, dass er nicht an einer Rückkehr zu einer unübersichtlichen Markenstruktur interessiert ist. Die geplante Zweitmarke soll effizient und kostengünstig arbeiten und gleichzeitig profitabel sein. Im laufenden Winterhalbjahr zeigt sich Tui finanziell solide, auch wenn der Umsatz aus Pauschalreisen leicht rückläufig ist.
Der Konzern verzeichnete im ersten Geschäftsquartal bis Ende Dezember einen leichten Rückgang der gebuchten Urlaubsreisen im Vergleich zum Vorjahr, während die Gesamtzahl der Tui-Gäste durch Kreuzfahrten und Vor-Ort-Veranstaltungen leicht stieg. Finanziell konnte Tui einen Fortschritt verbuchen. Im reiseschwachen ersten Geschäftsquartal erzielte das Unternehmen einen bereinigten operativen Gewinn von 77 Millionen Euro, trotz eines Nettoverlusts von 44 Millionen Euro. Die Nettoverschuldung verringerte sich um eine halbe Milliarde Euro auf etwa 3,6 Milliarden Euro. Jedoch musste Tui mit den Auswirkungen von Hurrikan 'Melissa' auf Jamaika kämpfen, was das operative Ergebnis belastete.
Für das Gesamtgeschäftsjahr strebt Ebel einen währungsbereinigten Umsatzanstieg von zwei bis vier Prozent an. Der bereinigte operative Gewinn soll um sieben bis zehn Prozent steigen. Insgesamt zeigt sich Tui dank einer Diskussion zur ersten Dividendenzahlung seit der Pandemie-Erholung optimistisch.

