TSMC deckt Geheimnisverrat auf – Erste Festnahmen unter verschärftem Sicherheitsgesetz in Taiwan
Zwei ehemalige Ingenieure von TSMC und ein weiterer Verdächtiger wurden festgenommen, nachdem interne Kontrollmechanismen mögliche Verstöße gegen das nationale Sicherheitsgesetz Taiwans aufgedeckt hatten. Wie die Staatsanwaltschaft mitteilte, stehen die Beschuldigten im Verdacht, geschützte Technologien des weltgrößten Halbleiterauftragsfertigers gestohlen zu haben.
TSMC hatte selbst Anzeige erstattet, nachdem interne Überwachungsprozesse Hinweise auf potenzielle Trade-Secret-Leaks geliefert hatten. Die Ermittlungen führten auch zu einer Durchsuchung von Geschäftsräumen des japanischen Ausrüsters Tokyo Electron in Taiwan. Angaben zum konkreten Zusammenhang mit dem Fall machten die Behörden nicht.
Die Festnahmen erfolgten zwischen dem 25. und 28. Juli. Neben Wohnsitzen und Arbeitsplätzen der Verdächtigen wurden auch weitere potenzielle Beweisorte durchsucht. Unter den Festgenommenen befinden sich ein Ex-Mitarbeiter sowie ein Ingenieur, der zum Zeitpunkt der Entdeckung noch bei TSMC beschäftigt war, inzwischen aber entlassen wurde.
Die Ermittlungen sind die ersten dieser Art unter der 2021 verschärften National Security Act, die den Schutz sogenannter „nationaler Schlüsseltechnologien“ regelt. Darunter fällt insbesondere Know-how zur Fertigung von Chips unterhalb der 14-Nanometer-Schwelle – ein Bereich, in dem TSMC global führend ist und in diesem Jahr mit der Serienfertigung von 2nm-Chips beginnt.
Mit einem Weltmarktanteil von über 90 Prozent bei den fortschrittlichsten Chips ist TSMC der strategische Kern der taiwanesischen Halbleiterindustrie – und regelmäßig Ziel ausländischer Begehrlichkeiten. In der Vergangenheit hatten ehemalige Mitarbeiter bereits versucht, vertrauliches Know-how zu Samsung oder chinesischen Wettbewerbern wie SMIC zu transferieren.
Das Unternehmen betonte am Dienstag seine Null-Toleranz-Strategie: Verstöße gegen Geheimhaltungsvorschriften würden ausnahmslos verfolgt. Die laufende Untersuchung verhindere zwar eine detaillierte Stellungnahme, aber man werde mit allen zuständigen Behörden zusammenarbeiten und die eigenen Kontrollmechanismen weiter verschärfen, um technologische Führerschaft und operative Stabilität zu sichern.

