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Trumps Zolloffensive stellt Unternehmen vor strategische Zerreißprobe – Rückverlagerung der Produktion bleibt riskant

04. April 2025, 14:01 Uhr · Quelle: Eulerpool News
Mit neuen Strafzöllen will Trump Industrie zurückholen – doch globale Lieferketten lassen sich kaum einfach zurückdrehen.

Mit seiner bislang umfassendsten Zolloffensive verschärft US-Präsident Donald Trump den Kurs gegen globale Lieferketten – und sendet ein klares Signal: Produktion soll zurück auf amerikanischen Boden. Am Mittwoch kündigte das Weiße Haus flächendeckende Importzölle von zehn Prozent an, ergänzt um sogenannte reciprocal tariffs. Besonders betroffen ist China: Mit kumulierten Sätzen von bis zu 70 Prozent soll die Volksrepublik gezielt unter Druck gesetzt werden. Die EU muss sich auf 20 Prozent einstellen, Vietnam auf 46. Taiwan wird mit 32 Prozent belegt – mit Ausnahme von Halbleitern.

Trump erklärte im Rosengarten des Weißen Hauses, dass „Jobs und Fabriken ins Land zurückkehren“ würden. Seine Botschaft an Unternehmen: Wer zollfrei exportieren wolle, müsse in den USA produzieren. Damit bricht die Regierung offen mit der Globalisierungsstrategie der letzten Jahrzehnte. Unternehmen, die bislang auf kostengünstige Produktionsstandorte in Asien gesetzt hatten, geraten unter Handlungsdruck – zumal sich Trump die Option offenhält, Zölle auch als politisches Verhandlungsinstrument einzusetzen.

Zwar mehren sich Ankündigungen großer Konzerne, Teile ihrer Fertigung in die USA zu verlagern. Siemens etwa kündigte Investitionen von zehn Milliarden Dollar an, TSMC plant über 100 Milliarden für neue Chipwerke. Auch Apple, Hyundai, Foxconn und andere haben Erweiterungen ihrer US-Präsenz bestätigt. Doch laut Zahlen der Fed bleibt das gesamtwirtschaftliche Investitionsniveau gedämpft. Viele Unternehmen warten ab – zu unsicher ist die Lage.

Experten warnen vor den strukturellen Grenzen dieser Strategie. „Man kann nicht einfach einen Schalter umlegen“, sagt Dan Digre, CEO des US-Audioherstellers Misco. Das Unternehmen produziert bereits zur Hälfte in den USA, ist aber weiterhin auf Zulieferteile aus China angewiesen. Die Herstellung von Basiskomponenten wie Schrauben, Spulen oder Membranen ist dort günstiger und in entsprechender Qualität verfügbar. Allein seit 2018 hat Misco rund 14 Millionen Dollar an Zöllen gezahlt.

Gleichzeitig entstehen neue geopolitische Spannungen. Zwar wurden Mexiko und Kanada von den jüngsten Maßnahmen ausgenommen, doch bestehende 25-Prozent-Zölle auf bestimmte Warengruppen bleiben bestehen. Auch Taiwan, das wegen seines Chip-Know-hows verschont bleibt, ist Teil einer strategischen Neuordnung: Firmen wie Foxconn und Compal suchen derzeit Standorte in Texas für KI-Serverfabriken, um sich aus der Abhängigkeit von Mexiko zu lösen.

Für China bedeutet der Schritt einen deutlichen Rückschlag. Das Land, das über Jahrzehnte zum Zentrum der globalen Industrie aufgestiegen ist, muss mit Produktionsabwanderung rechnen – und mit einem wachsenden Handelsdefizit der USA, das Trump als politische Legitimation für seine Agenda nutzt. Laut US-Daten belief sich das Leistungsbilanzdefizit 2024 auf 1,1 Billionen Dollar.

Doch auch wenn die Stoßrichtung eindeutig ist, bleibt die Umsetzung komplex. Materialengpässe, steigende Inputkosten und eine auf Hightech spezialisierte US-Industrie machen die Reindustrialisierung zur wirtschaftspolitischen Herausforderung – nicht zur planbaren Rückholaktion.

Finanzen / Politik
[Eulerpool News] · 04.04.2025 · 14:01 Uhr
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