Trump versus Fed: Ein Machtkampf um Unabhängigkeit und Einfluss
In einer unorthodoxen und kontrovers diskutierten Entscheidung hat US-Präsident Donald Trump angekündigt, das Fed-Vorstandsmitglied Lisa Cook mit sofortiger Wirkung von ihrem Posten zu entheben. Dies kündigte er auf seiner Social-Media-Plattform Truth Social an. Die Ökonomin Cook, die seit Mai 2022 als Vorstandsmitglied der Federal Reserve tätig ist, wehrt sich vehement gegen diese Entscheidung. Laut US-Medienberichten meldete ihr Anwalt an, rechtliche Schritte einzuleiten, da Trump angeblich keine Befugnis zu solch einem Schritt habe.
Die Federal Reserve spielt eine entscheidende Rolle in der globalen Finanzlandschaft, indem sie Zinssätze festlegt, die die Kreditkosten beeinflussen und somit die Finanzmärkte weltweit, einschließlich des Euroraums, beeinflussen. Der jüngste Vorstoß Trumps wirft Fragen über die Unabhängigkeit der US-Zentralbank auf, während Investoren zunehmend besorgt sind und ihre Investitionen in sichere Anlagen wie Gold umschichten. Der bisherige Konflikt zwischen Trump und Fed-Chef Jerome Powell trägt ebenfalls zur Spannungsdynamik bei.
Trump hatte Powell wiederholt gedrängt, die Zinsen zu senken. Nun gibt es Spekulationen, dass der Versuch, Cook zu entlassen, ein indirekter Warnschuss an Powell sein könnte. Trotz dieser Spannungen signalisierte Powell zuletzt eine Bereitschaft zu möglichen Zinssenkungen, bedingt durch Schwächen im Arbeitsmarkt und einer moderateren Inflation, auch wenn ein konkreter Zeitpunkt unklar bleibt.
Trump rechtfertigte seine Forderung nach der Entlassung Cooks mit Anschuldigungen über Unregelmäßigkeiten in Hypothekenverträgen, eine Anschuldigung, die Cook entschieden zurückweist. Die rechtlichen Rahmenbedingungen ermöglichen eine Entlassung nur bei Vorliegen triftiger Gründe. Cooks Entschlossenheit, um ihre Position zu kämpfen, ist ungebrochen, zumal ihre Amtszeit planmäßig bis Januar 2038 laufen würde.
Trumps Ankündigung mag auf die Vorwürfe eines vermeintlichen Hypothekenbetrugs gegen Cook zurückzuführen sein. Diese Vorwürfe wurden von öffentlichen Stellen an das US-Justizministerium weitergeleitet. Der US-Handelsminister Howard Lutnick schloss sich der Meinung an, dass Cook ihr Amt räumen sollte, falls die Vorwürfe zutreffen.

