Investmentweek

Trump stoppt den Crash – vorerst

15. April 2025, 12:00 Uhr · Quelle: InvestmentWeek
US-Technologieaktien steigen nach kurzfristiger Zollausnahme. Doch der Kurswechsel wirkt fragil: Trump dementiert eine Ausnahme und kündigt neue Handelsmaßnahmen an. Der Markt feiert – zitternd.

Kurssprung mit Verfallsdatum

Die Futures feiern, aber niemand traut dem Frieden: Nach der überraschenden Mitteilung der US-Zollbehörde, viele Technologieprodukte wie Smartphones, Chips und Maschinen vorerst von den 145 % Strafzöllen gegen China auszunehmen, schossen die US-Tech-Futures am Sonntagabend in die Höhe.

Der Nasdaq 100 gewann 1,2 %, S&P 500 Futures legten 0,8 % zu. Auch in Asien zogen Technologiewerte spürbar an – Foxconn in Taiwan stieg um 7,1 %, LG Innotek in Korea um über 8 %, Lenovo in Hongkong eröffnete mit plus 8,6 %.

Ein Befreiungsschlag für Tech? Nicht ganz. Nur Stunden später folgte das Dementi – und zwar persönlich von Donald Trump.

Entwarnung und Dementi in einem Satz

„Es gab keine Ausnahme“, schrieb der US-Präsident auf seiner Plattform Truth Social. Die betroffenen Produkte würden lediglich in eine andere Zollkategorie verschoben – die weiterhin mit 20 % belegt sei.

Für Investoren klingt das wie ein Rückzieher mit Anlauf. Und doch: Die Zolllast wurde faktisch reduziert – zumindest gegenüber dem angekündigten 145 % Strafsatz. Was bleibt, ist Unsicherheit.

Commerce Secretary Howard Lutnick bestätigte in einem Interview, dass die Maßnahme nur vorübergehend sei. Man plane eine „nationale Sicherheitsprüfung“ der betroffenen Technologien. Mit anderen Worten: Die aktuelle Regelung kann jederzeit kassiert werden.

Die Wall Street atmet auf – aber flach

Die Reaktion der Märkte war eindeutig – aber auch vorsichtig. Die Rally zeigt, wie stark Investoren nach einer politischen Atempause lechzen. Doch der Vertrauensvorschuss ist begrenzt. Analysten bei Jefferies sprechen von einer „notdürftigen Marktberuhigung“ – kein Kurswechsel, sondern ein taktischer Schritt.

Im Hintergrund tobt der Kampf um Trumps wirtschaftspolitische Linie: Auf der einen Seite der Wille, die US-Industrie zu stärken – auf der anderen Seite der Druck großer Konzerne, die ihre globalen Lieferketten schützen wollen. Apple, NVIDIA und Co. dürften im Hintergrund massiv Lobbyarbeit geleistet haben.

US-Tech-Futures stiegen nach der Zoll-Ausnahme um bis zu 1,2 %. Doch Trump dementierte eine Ausnahme und betonte, die Produkte seien weiterhin mit 20 % belegt – nur in „anderem Tarif-Bucket“.

Ein Präsident unter Zugzwang

Die widersprüchlichen Aussagen zeigen: Die Trump-Administration sucht nach einem neuen Gleichgewicht. Einerseits will sie Stärke zeigen gegenüber China. Andererseits mehren sich die Signale, dass selbst US-Firmen den Preis nicht mehr zahlen wollen. Die 145 % Zölle hätten ganze Lieferketten lahmgelegt – und die Inflation weiter angeheizt.

Die Analysten von Jefferies sehen in der Maßnahme eine politische Notoperation: „Die Administration muss dringend ihre wirtschaftspolitische Glaubwürdigkeit retten“, heißt es in einer aktuellen Einschätzung. Die Tech-Ausnahme sei eher ein Zeichen von Schwäche als von Strategie.

Die Botschaft: Wir können jederzeit wieder drehen

Was bleibt, ist ein Signal an die Märkte: Es kann sich alles wieder ändern – jederzeit. Trump spielt mit der Unsicherheit, möglicherweise bewusst. Wer investiert, weiß nicht, welche Regeln morgen gelten. Ein Zustand, den sich langfristig orientierte Anleger kaum leisten können.

Für Tech-Firmen, die weiterhin stark auf China angewiesen sind – ob bei Fertigung oder Komponenten –, ist die Lage kaum planbar. Und selbst Unternehmen mit Ausweichstrategien nach Indien oder Vietnam sind nicht immun gegen solche Ad-hoc-Eingriffe.

Finanzen / Global
[InvestmentWeek] · 15.04.2025 · 12:00 Uhr
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