Trump plant Chip-Deal mit Saudi-Arabien – US-Regierung könnte Zugriff auf Rechenzentren kontrollieren
Nvidia-Aktien steigen um 3,6 Prozent, AMD legt 1,6 Prozent zu – der Markt reagiert positiv auf ein bevorstehendes Abkommen zwischen den USA und Saudi-Arabien, das den Export fortschrittlicher KI-Chips ermöglichen soll. Laut mit den Verhandlungen vertrauten Personen will die Trump-Regierung dem Golfstaat den Zugang zu Halbleitern von Nvidia und AMD erleichtern. Noch in dieser Woche könnte Präsident Trump den Deal bei seinem Besuch in Riad öffentlich machen.
Im Zentrum steht die Versorgung der neuen saudischen KI-Firma Humain mit Nvidia-Chips für ein Rechenzentrum mit 500 Megawatt Leistung. Jensen Huang, CEO von Nvidia, kündigte die Lieferung auf dem Saudi-US Investment Forum in Riad an. Die USA würden mit dem Deal nicht nur wirtschaftlich profitieren, sondern auch ein geopolitisches Signal setzen: High-End-Technologie darf zu Verbündeten fließen – aber nur unter US-Kontrolle.
Denn hinter den Kulissen wird noch intensiv verhandelt. Die USA wollen sicherstellen, dass kein einziger Chip über Umwege nach China gelangt – weder physisch noch über cloudbasierte Rechenleistungen. Im Gespräch ist deshalb eine Klausel, wonach die US-Regierung den Zugriff auf Rechenzentren mit US-Technologie direkt kontrolliert. Auch sogenannte „data embassies“, bei denen Datenzentren ausländischer Gesetzgebung unterstellt werden, sind Teil des Plans.
Der Deal reiht sich ein in eine größere strategische Neuausrichtung der US-Handelspolitik unter Trump. Parallel laufen ähnliche Gespräche mit den Vereinigten Arabischen Emiraten. Ziel: neue Exportregeln für KI-Chips, die einerseits China ausgrenzen, andererseits aber den Nahen Osten als Partner für den Ausbau digitaler Infrastruktur gewinnen. Biden hatte diesen Kurs noch zögerlich verfolgt, Trump hingegen setzt auf rasche Umsetzung – auch im eigenen wirtschaftlichen Interesse.
Die Lizenzpflicht für KI-Chipverkäufe in die Region besteht seit 2023. Biden ließ prüfen, unter welchen Bedingungen Exporte zulässig sein könnten. Doch nach Trumps Wahlsieg stiegen sowohl Saudi-Arabien als auch die Emirate aus den Gesprächen mit dem Biden-Team aus – und setzen nun auf Trumps Bereitschaft, technologiepolitische Barrieren flexibler zu handhaben.
Auch die US-Firma Global AI, gegründet von ehemaligen Tech-Führungskräften, beteiligt sich: Sie will ein Nvidia-basiertes Rechenzentrum in New York errichten und gleichzeitig mit Humain kooperieren – Volumen: mutmaßlich mehrere Milliarden Dollar.
Gleichzeitig wachsen die geopolitischen Risiken. Die Sorge, dass durch technologische Kooperationen mit autokratischen Regimen neue Abhängigkeiten entstehen oder technologische Rückflüsse nach China erfolgen könnten, bleibt präsent. David Sacks, KI-Berater des Weißen Hauses, bringt es auf den Punkt: „Wir müssen verhindern, dass Chips illegal nach China gelangen – aber legitime Partner dürfen nicht ausgeschlossen werden.“

