Iran-Krieg

Wieder Angriff auf iranische Atomanlage - IAEA warnt

21. März 2026, 15:41 Uhr · Quelle: dpa
Wieder Angriff auf Atomanlage – Iran greift US-Stützpunkt an
Foto: Abedin Taherkenareh/epa/dpa
Die Urananreicherungsanlage Natans war schon im Juni vergangenen Jahres angegriffen worden. (Archivbild)
Die Anlage Natans gilt als wichtig für das iranische Atomprogramm. Welche Auswirkungen hat ein neuer Angriff? Teheran sorgt mit Raketen gegen einen abgelegenen US-Stützpunkt für Aufsehen.

Teheran/Berlin/Tel Aviv (dpa) - Im Iran-Krieg hat Teheran einen weiteren Angriff auf seine Atomanlage Natans gemeldet. Erhöhte Strahlungswerte wurden nach iranischen Angaben bisher nicht festgestellt. Das US-Militär hat bei seiner mittlerweile dreiwöchigen Offensive gegen den Iran nach eigenen Angaben bereits mehr als 8.000 Ziele angegriffen. Während US-Präsident Donald Trump zuletzt ein mögliches Runterfahren der Angriffe in Aussicht stellte, kündigte Israel eine Verstärkung an.

Die unterirdische Urananreicherungsanlage Natans gilt als zentral für das iranische Atomprogramm. Nach dem erneuten Angriff auf den Komplex südlich der Hauptstadt Teheran rief die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) die Kriegsparteien zur militärischen Zurückhaltung auf. Es gelte, jedes Risiko eines Atomunfalls zu vermeiden, schrieb IAEA-Chef Rafael Grossi auf der Online-Plattform X. 

Atomanlage schon mehrfach im Visier

Schon kurz nach Beginn der amerikanisch-israelischen Angriffe auf den Iran hatte die Behörde mit Sitz in Wien neue Schäden an den Eingangsgebäuden in Natans bestätigt. Die USA und Israel hatten bereits im Juni 2025 Irans Atomanlagen bombardiert und stark beschädigt - darunter auch Natans. Die Technologie zur Anreicherung von Uran kann zur Herstellung von Reaktor-Brennstoff oder auch Atomwaffen genutzt werden.

Die USA nennen als ein Kriegsziel, zu verhindern, dass der Iran jemals in den Besitz von Atomwaffen gelangt. Israel sieht im iranischen Atom- und Raketenprogramm seine größte existenzielle Bedrohung. Iranische Politiker hatten in der Vergangenheit immer wieder dem jüdischen Staat mit Vernichtung gedroht. Teheran bestreitet, Atomwaffen zu entwickeln.

Iran greift abgelegenen US-Stützpunkt an

Erstmals feuerte Teheran Raketen auf den abgelegenen US-britischen Stützpunkt Diego Garcia. Nach Angaben des Staatsfernsehens wurden zwei ballistische Raketen auf den Militärstützpunkt im Indischen Ozean abgeschossen. Keine davon habe aber die gemeinsam genutzte Basis getroffen, berichteten das «Wall Street Journal» und der Sender CNN unter Berufung auf ranghohe US-Beamte. Demnach versagte ein Geschoss während des Fluges, das zweite wurde abgefangen.

Der Stützpunkt liegt rund 4.000 Kilometer südöstlich der iranischen Küste – etwa doppelt so weit, wie die bislang offiziell bestätigte Reichweite des iranischen Raketenarsenals. Iranische Mittelstreckenraketen könnten mit einer solchen Reichweite theoretisch auch europäische Städte erreichen. 

Israel will Angriffe noch verstärken

Der israelische Verteidigungsminister Israel Katz kündigte eine weitere Verstärkung der Angriffe im Iran an. Ziele seien dabei die iranische Führung und die Infrastruktur, auf die sie sich stütze, sagte Katz. 

Man sei entschlossen, den Kampf gegen den iranischen Machtapparat fortzusetzen, «seine Kommandeure zu enthaupten und seine strategischen Fähigkeiten zu zerstören – bis jede Sicherheitsbedrohung für den Staat Israel und die Interessen der USA in der Region beseitigt ist».

Und was sagt Donald Trump?

US-Präsident Trump hatte indes am Freitag mitgeteilt, er erwäge, die Angriffe im Iran zurückzufahren. Die Vereinigten Staaten stünden kurz davor, ihre Ziele im Krieg zu erreichen. Zugleich senden die USA US-Medienberichten zufolge aber Tausende weitere Soldaten in die Region

Trump nannte Nato-Verbündete wegen ihrer ausbleibenden Hilfe bei der Sicherung des Öltransports durch die Straße von Hormus «Feiglinge». Ohne die USA sei das Verteidigungsbündnis ein zahnloser Tiger, schrieb der Republikaner auf der Plattform Truth Social. Er warf den Verbündeten vor, sich nicht am Kampf gegen eine atomare Bewaffnung des Irans beteiligt zu haben.

Unter den von den USA bislang angegriffenen Zielen befänden sich auch 130 iranische Schiffe, sagte der Befehlshaber des US-Regionalkommandos für den Nahen Osten (Centcom), Brad Cooper, in einem auf der Plattform X veröffentlichten Video. «Dies ist die größte Zerschlagung einer Marine innerhalb eines Zeitraums von drei Wochen seit dem Zweiten Weltkrieg», fügte er hinzu.

Genseite Raketenangriffe 

Der Iran zeigte sich dennoch weiter kämpferisch. Nach Angaben der staatlichen Rundfunkagentur Iribnews erklärte der Geheimdienst der Revolutionsgarden, man habe die «verwundbaren Punkte des Feindes» analysiert und bereite eine neue Angriffswelle «mit neuen Strategien und moderneren Systemen» vor.

In der Nacht und am Morgen gab es nach israelischen Militärangaben Raketenangriffe aus dem Iran auf Israel. Es gab Bilder der Zerstörung, aber keine Berichte über Verletzte. Der Iran habe bei dem Angriff erneut gefährliche Streumunition eingesetzt. 

Die israelische Armee griff in der Nacht wieder Ziele im Iran und im Libanon an. Sie teilte mit, sie habe in Teheran Anlagen angegriffen, die mit der Herstellung ballistischer Raketen in Verbindung stünden. Israelische Bodentruppen hätten zudem im Südlibanon mehrere bewaffnete Mitglieder der proiranischen Hisbollah-Miliz beschossen. Ein Hisbollah-Mitglied sei getötet worden.

Wegen der angespannten Sicherheitslage verlegte die Nato zuletzt das Personal einer Irak-Mission nach Europa. Das betrifft auch deutsche Soldaten. Diese sind nach Bundeswehr-Angaben bereits wieder in Deutschland. Rund 200 Soldatinnen und Soldaten blieben jedoch in der Region, sie gehören zu einer anderen Mission.

Konflikte / Krieg / Atom / Iran / USA / Israel / IAEA
21.03.2026 · 15:41 Uhr
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