Trump feuert BLS-Chefin nach schwachen Jobdaten – Druck auf Notenbankchef Powell wächst
Nur Stunden nach Veröffentlichung der enttäuschenden Juli-Arbeitsmarktdaten hat US-Präsident Donald Trump die Leiterin des Bureau of Labor Statistics (BLS), Erika McEntarfer, mit sofortiger Wirkung entlassen. Er warf ihr ohne Belege vor, Arbeitsmarktzahlen manipuliert zu haben, um „die Republikaner und MICH schlecht aussehen zu lassen“. McEntarfer war 2023 unter Präsident Joe Biden zur BLS-Kommissarin ernannt worden.
In seiner Stellungnahme kündigte Trump an, sie durch „jemanden wesentlich Kompetenteren und Qualifizierteren“ zu ersetzen. Die statistischen Behörden müssten „fair und genau“ berichten. Kurz darauf erklärte auch Fed-Gouverneurin Adriana Kugler ihren vorzeitigen Rücktritt – ein Schritt, den Trump öffentlich begrüßte und als Vorlage für den Fed-Vorsitzenden Jerome Powell deutete: „’Too Late’ Powell sollte ebenfalls zurücktreten.“
Die Veröffentlichung der Arbeitsmarktzahlen zeigte eine deutliche Abkühlung: Die Mai- und Juni-Zahlen wurden stark nach unten korrigiert. Das löste nicht nur politische Turbulenzen, sondern auch Unruhe an den Finanzmärkten aus. Der Dollar fiel am Freitagabend um 2,3 % gegenüber dem Yen und 1,6 % gegenüber dem Euro. Auch die zweijährigen Treasury-Renditen sanken deutlich auf 3,68 %, da Anleger auf eine lockerere Fed-Politik setzten.
Die Reaktion auf McEntarfers Entlassung war scharf. David Wilcox, ehemaliger Vorsitzender des Federal Economic Statistics Advisory Committee, sprach von einem „ernsten Schlag für die Integrität des US-Statistiksystems“. Die Gruppe „Friends of BLS“, geführt von zwei ehemaligen Behördenchefs, warnte, dass solche Eingriffe das Vertrauen in die wirtschaftliche Datenbasis zerstören könnten – mit schwerwiegenden Konsequenzen für Investoren und die wirtschaftspolitische Steuerung.
Trump hatte in der Vorwoche bereits mit einem unangekündigten Besuch in der Fed-Zentrale für Aufsehen gesorgt. Dort kritisierte er Powell scharf – sowohl für dessen Zinspolitik als auch wegen ausufernder Kosten eines Bauprojekts in Höhe von 2,5 Mrd. USD.
Der Rücktritt Kuglers und Trumps unverhohlene Angriffe auf Powell deuten auf eine politisierte Neubesetzung des Fed-Vorsitzes hin. Analyst Krishna Guha von Evercore bemerkte, dass die Nachfolgersuche für Powell nun beschleunigt werde: „Die nächste Person könnte faktisch bereits als Schatten-Fed-Chef agieren, bevor sie das Amt übernimmt.“


