Trump entfacht Zollgewitter: Neue Abgaben für Importe sorgen für Spannungsfelder
Nach etlichen Drohungen intensiviert US-Präsident Donald Trump die Zollstreitigkeiten mit einem bislang beispiellosen Maßnahmenpaket, das für erhebliche Verunsicherung sorgt. Die USA werden ab sofort Einfuhren aus allen Ländern pauschal mit zehn Prozent Zoll belegen.
Ein komplizierter Mechanismus legt zudem für spezifische Länder noch höhere Zölle fest, die ab 9. April greifen sollen. Betroffen sind jene Staaten, mit denen die USA erhebliche Handelsdefizite aufweisen, sodass besonders 'übel beleumundete Länder' im Visier stehen.
Trump pocht auf das Prinzip der Gegenseitigkeit und argumentiert, dass viele Nationen amerikanische Produkte behindern, was nicht länger akzeptiert wird. In Washington fällt das Augenmerk dabei nicht nur auf herkömmliche Zollgebühren, sondern auch auf diverse Handelshemmnisse wie Subventionen, strenge Einfuhrvorgaben und Währungsmanipulationen, die laut US-Regierung weit belastender seien.
Im europäischen Kontext bedeutet dies für die EU-Exporte ab nächster Woche eine zusätzliche Zollbelastung von 20 Prozent. Trump kritisiert ebenfalls die europäische Mehrwertsteuer als unerwünschtes Hindernis, obwohl diese pauschal auf alle Produkte innerhalb der EU erhoben wird.
Fakt ist, dass strenge Zolldifferenzen vor allem im landwirtschaftlichen Sektor bestehen, während andere Bereiche wie Textilien in Europa nur marginal benachteiligt werden. Diese neuen Handelsbarrieren treffen insbesondere kleinere Länder hart, während große Volkswirtschaften in der Lage sind, die zusätzlichen Kosten besser zu absorbieren.
Besonders betroffen sind Krisenregionen wie Syrien oder Myanmar, während extreme Zölle von bis zu 50 Prozent auf Exporte aus Lesotho und Saint-Pierre und Miquelon erhoben werden. Vietnam, China und zahlreiche andere asiatische Staaten werden ebenfalls mit empfindlichen Abgaben konfrontiert.
Trump rechtfertigte diese Schritte als nationalen Notstand, um wirtschaftliche und sicherheitspolitische Risiken zu bekämpfen. Ein Berater Trumps betonte, dass keine Kompromissbereitschaft besteht und die Zölle bestehen bleiben, bis die Handelsungleichgewichte behoben sind.
Bereits eingeführte Strafzölle bleiben unberührt und zusätzliche Maßnahmen für Produktgruppen wie Halbleiter, Arzneimittel und kritische Mineralien könnten bald folgen.

