Trump-Berater entwickeln umfassende Sanktionsstrategie: Ein Balanceakt zwischen Diplomatie und Druck
Beratern des designierten Präsidenten Donald Trump zufolge wird derzeit eine umfassende Sanktionsstrategie entwickelt, die darauf abzielt, ein diplomatisches Abkommen zwischen Russland und der Ukraine in den kommenden Monaten zu fördern und gleichzeitig Iran und Venezuela stärker unter Druck zu setzen. Die abtretende Regierung Biden hat am Freitag die bislang disruptivsten Sanktionen gegen Russlands Ölhandel seitens westlicher Mächte verhängt.
Die Reaktion des designierten Präsidenten Trump auf diese Maßnahmen bleibt abzuwarten, insbesondere angesichts seines Versprechens, den Krieg in der Ukraine schnell zu beenden. Zwei Hauptansätze werden im Trump-Team derzeit geprüft. Der eine Ansatz sieht Maßnahmen vor, die russischen Ölproduzenten zugutekommen könnten, um einen Friedensschluss zu erleichtern, sollte sich die Möglichkeit einer Konfliktlösung abzeichnen.
Der zweite Ansatz verfolgt das Ziel, den bestehenden Druck zu erhöhen, um den Verhandlungshebel zu verstärken. Welche Strategie Trump letztlich wählt, wird weitreichende Auswirkungen auf den globalen Ölmarkt haben. Die Pläne des Trump-Teams befinden sich noch in einer frühen Phase und hängen entscheidend von der Entscheidung des designierten Präsidenten ab.
Trump erwähnte kürzlich die Organisation eines Treffens mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin, was Spekulationen über mögliche kurzfristige Verhandlungen zur Beendigung des Krieges anheizt. Zusätzliche Herausforderungen ergeben sich aus der Notwendigkeit, einerseits die Instrumente der Wirtschaftssanktionen effektiv zu nutzen und andererseits die Rolle des US-Dollars als Weltreservewährung zu wahren.
Der Ausgang der Sanktionspolitik des Trump-Teams wird möglicherweise im März deutlich, wenn eine wichtige Lizenz zur Abwicklung russischer Energiegeschäfte ausläuft. Andere Bereiche der strategischen Überlegungen betreffen Iran und Venezuela, wobei eine Rückkehr zur maximalen Druckstrategie für Teheran diskutiert wird.
Die Situation in Venezuela erweist sich als komplex, da dort kürzlich Präsident Maduro erneut vereidigt wurde, trotz weit verbreiteter Vorwürfe des Wahlbetrugs. Schlüsselberater, wie Mauricio Claver-Carone, sind an der Prüfung einer Rückkehr zu einer aggressiveren Vorgehensweise beteiligt.

