Trügerische Hoffnungen auf dem Immobilienmarkt: Zinsanstieg bremst Aufschwung aus
Der Traum vom Eigenheim bleibt für viele Deutsche weiterhin lebendig, doch trotz dieser ungebrochenen Nachfrage mahnt der Finanzierungsspezialist Interhyp zur Vorsicht. Laut Stefan Hillbrand, Vorstandsmitglied des Münchner Unternehmens, sind weder ein baldiger Aufschwung auf dem deutschen Immobilienmarkt in Sicht noch eine Zinssenkung zu erwarten. Die leicht anziehenden Zinsen und wirtschaftliche Unsicherheiten tragen zu dieser Einschätzung bei.
Interhyp, das mit einem beachtlichen Marktanteil von 11 Prozent in der Baufinanzierung tätig ist, meldet, dass die positive Entwicklung in der ersten Hälfte des Jahres 2025 zuletzt ins Stocken geraten ist. Die durchschnittlichen Zinsen für zehnjährige Kredite sind von 3,3 Prozent im Januar auf 3,9 Prozent im Dezember angestiegen, was die monatlichen Belastungen für Kreditnehmer erheblich erhöht.
Interhyp-Vorstand Jörg Utecht rechnet angesichts der 500 Milliarden Euro schweren Schuldenaufnahme der Bundesregierung nicht mit Entspannung bei den Zinsen. Mehr Schuldenaufnahme durch den Staat lässt die Renditen der Bundesanleihen steigen, was auch die Baufinanzierungszinsen in die Höhe treibt.
Dennoch gibt es auch positive Stimmen: Dank höherer Reallöhne und gesunkener Immobilienpreise in vielen Städten hat sich die Erschwinglichkeit von Immobilien verbessert. Gerade bei Bestandsimmobilien sind die Preise tendenziell rückläufig, was Kaufinteressenten neue Chancen eröffnet.
Mit einem Mitarbeiterstamm von 1.600 Personen erwies sich Interhyp als robust. Das Unternehmen verzeichnete 2025 einen Anstieg des Finanzierungsvolumens um 18 Prozent auf 26,4 Milliarden Euro, während der Vorsteuergewinn sich auf 23 Millionen Euro mehr als verdoppelte – ein Indikator für die weiterhin starke Position des Unternehmens in einem herausfordernden Marktumfeld.

