Transparenz-Offensive: Aufruf zu neutralem Vergleichsportal für Krankenkassen
Der Bundesverband der Verbraucherzentralen fordert ein umfassendes, neutrales Vergleichsportal für gesetzliche Krankenkassen, das nicht nur auf die Kosten, sondern auch auf Service und Leistungsumfang fokussiert. Ramona Pop, die Vorsitzende des Verbandes, betonte in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur die Notwendigkeit eines solchen Portals, gerade im Hinblick auf die steigenden Zusatzbeiträge ab 2026.
Derzeit haben Verbraucher kaum die Möglichkeit, neben den Beiträgen auch Servicequalität und Leistungsumfang der über 90 Kassen zu vergleichen, was die Wahl erschwert. Die fehlende Übersicht, so Pop, trage dazu bei, dass viele Versicherte bei der Wahl ihrer Krankenkasse quasi im Dunkeln tappen, was potenziell kostspielige Folgen haben könnte. Der Verband schlägt daher vor, dieses Vergleichsinstrument auf der Plattform des nationalen Gesundheitsportals, gesund.bund.de, zu integrieren.
Die Regierung hatte zwar gesetzliche Vorhaben in diese Richtung präsentiert, diese jedoch bislang nicht umgesetzt. Eine Umfrage des Verbands zeigt deutliches Interesse an einem solchen Portal: 59 Prozent der Befragten hielten es für hilfreich, wenn Informationen zu Kundenservice-Erreichbarkeit, Unterstützung bei Terminsuchen oder Bearbeitungszeiten von Anträgen berücksichtigt würden. Die Umfrage, durchgeführt von Forsa vom 12. bis 14. November, befragte 1.002 Personen ab 18 Jahren.

