Tragödie über den Wolken: Russische Politiker erheben schwere Vorwürfe gegen die Regierung in Kiew
Nach dem Absturz eines russischen Militärflugzeugs, das nach offiziellen Angaben Dutzende ukrainische Kriegsgefangene an Bord hatte, sind russische Politiker empört über das Geschehene. Der Chef des Verteidigungsausschusses der Staatsduma, Andrej Kartapolow, erhob schwere Vorwürfe gegenüber der ukrainischen Führung. Nach seinen Aussagen hätte diese über den geplanten Gefangenenaustausch Bescheid gewusst und sei über die geplante Transportmethode informiert worden. Beweise für diese Behauptungen blieben allerdings aus.
Die Maschine, die abgeschossen wurde, hatte angeblich 65 ukrainische Kriegsgefangene an Bord und sollte im Rahmen eines Austauschs nach Russland fliegen. Eine weitere Maschine, eine Il-76, kehrte nach dem Abschuss mit 80 weiteren Gefangenen um. Im Idealfall wäre es zu einem Austausch von 192 ukrainischen Gefangenen gegen 192 russische gekommen, doch dieser Plan wurde nun durchkreuzt. Die Ukraine selbst äußerte sich zunächst nicht zu den angeblichen Kriegsgefangenen an Bord des Militärflugzeugs.
Andrei Kartapolow behauptet weiterhin, dass das abgestürzte Flugzeug mit entweder amerikanischen Patriot-Raketen oder deutschen Iris-T-Raketen abgeschossen wurde. Diese Behauptung konnte bislang jedoch nicht unabhängig und objektiv überprüft werden. Der Absturzort in Belgorod, einem westrussischen Gebiet, liegt etwa 50 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt.
Eine Tragödie, die wieder einmal das angespannte Verhältnis zwischen Russland und der Ukraine verdeutlicht. Während Moskau schwere Vorwürfe gegen die Regierung in Kiew erhebt, herrscht von ukrainischer Seite bisher Schweigen. Die Genauigkeit der Behauptungen Kartapolows bleibt zudem vorerst fragwürdig. (eulerpool-AFX)

