Winterspiele

Tränen der Freude am «Traumtagerl»: Maier holt Olympia-Gold

20. Februar 2026, 15:19 Uhr · Quelle: dpa
Olympische Winterspiele 2026
Foto: Oliver Weiken/dpa
Freudenschrei: Daniela Maier mit der Goldmedaille
In beeindruckender Manier feiert Daniela Maier in Livigno den größten Erfolg ihrer Karriere. Nach Bronze in Peking ist sie diesmal vom ersten Lauf an nicht zu schlagen.

Livigno (dpa) - In den Armen ihrer Familie wischte sich Daniela Maier nach ihrem Olympiasieg im Ski Cross die Freudentränen aus den Augen. Wenige Momente später kullerten sie während der deutschen Hymne wieder über ihre Wangen. Nach dem Bronze-Drama von Peking gewann die 29-Jährige in Livigno in beeindruckender Manier Gold - von der Qualifikation bis zum Finale wurde Maier kein einziges Mal überholt, lag immer in Führung.

«Das ist ein Traumtagerl», sagte die Schwarzwälderin in tiefem Dialekt. «So wie es gelaufen ist, definitiv. Es ist alles so aufgegangen, wie ich es mir vorgenommen habe. Ich bin einfach ein bisschen sprachlos.»

Hinter ihr landeten Fanny Smith aus der Schweiz und die Schwedin Sandra Näslund auf den Rängen zwei und drei. Für die 29-jährige Maier war es indes der größte Erfolg ihrer Karriere. «Sie ist schon gut schwer, aber sie fühlt sich ähnlich an wie die Bronzene», sagte Maier über die Medaille um ihren Hals, die sie während des knapp halbstündigen Interview-Marathons als zusätzlichen Schutz durchgehend in den Händen hielt. «Ich habe das noch nicht so ganz realisiert, aber sie sieht sehr, sehr schön aus.»

Aufatmen bei deutscher Livigno-Delegation

Für die deutsche Delegation war es die ersehnte Erlösung. In Livigno mussten die Snowboarder und Freestyler in den zurückliegenden knapp zwei Wochen zahlreiche Dämpfer hinnehmen: Einige Athleten blieben hinter ihren Erwartungen zurück und konnten erst gar nicht in den Medaillenkampf eingreifen. Andere, wie zum Beispiel der Snowboarder Leon Ulbricht, hatten Pech, weil sie ohne Eigenverschulden aus dem Rennen genommen wurden.

Maier sorgte nun für Jubelstürme im Zielbereich, wo sie direkt nach Überquerung der Ziellinie von den deutschen Betreuern in Empfang genommen wurde und einen Freudenschrei ausstieß. 

«Wir hatten eigentlich schon seit September, Oktober einen klaren Plan. Da haben wir uns Steps gesetzt und die Dani hat das alles aber auch supergut umgesetzt», sagte Cheftrainer Peter Stemmer. 

Gesundheitlich leicht angeschlagen war Maier angereist, kam aber dennoch gut in den Wettkampf und entschied die Qualifikation am Morgen für sich. Auch in den K.-o.-Runden, in denen jeweils die beiden schnellsten Läuferinnen weiterkamen, hinterließ sie einen sehr starken Eindruck - getragen von der Euphorie aus den jüngsten Erfolgen in den zurückliegenden Weltcups. In allen vier Läufen war sie von Beginn an in Front und verteidigte ihren Vorsprung bis ins Ziel. 

«Wir hätten es uns nicht besser vorstellen können», sagte Stemmer. «Sie hat kaum Fehler gemacht, sich genau in die richtige Stimmung reingebracht - das war extrem gut.»

Belohnung für harte Arbeit

Maier ist nun auf dem sportlichen Höhepunkt angekommen und wurde damit auch für ihr Durchhaltevermögen belohnt. Denn in ihrer Karriere musste die Schwarzwälderin einige schwere Verletzungen durchmachen. 

So waren nach einem Knorpelschaden im Knie im Februar 2017 drei Operationen nötig und Maier verpasste die gesamte Saison 2017/18. 2021 musste sie die damalige WM-Saison wegen eines Kreuzbandrisses vorzeitig beenden und im Januar 2024 wurde sie nach einem Riss des Syndesmosebandes am Fuß operiert. Erneut fiel sie mehrere Monate aus. «Das ist so ein bisschen der Verdienst von dem Ganzen. Ich bin auch unheimlich stolz, dass ich so ein starkes Umfeld habe», sagte Maier.

Peking-Drama vergessen

Anders als 2022 in Peking konnte Maier ihren Erfolg von Beginn an genießen. Vor vier Jahren hatte Maier noch eine Achterbahnfahrt der Gefühle erlebt. Denn damals war zunächst die Schweizerin Smith auf dem dritten Platz ins Ziel gekommen, einen Rang vor Maier. Der Bronzerang wurde Smith nach einem minutenlangen Videostudium dann jedoch aberkannt. Nach Meinung der Jury war Maier von ihrer Konkurrentin durch einen Schritt nach links behindert worden. 

Doch Smith klagte dagegen und Maier wusste lange nicht, ob sie die Medaille behalten darf. Erst nach einer Zitterpartie entschied der Internationale Sportgerichtshof Cas Monate später, dass sowohl Maier als auch Smith Bronze bekommen sollten. Dieses Mal war alles von Beginn an klar, Maier lag im Ziel klar vor ihren Konkurrentinnen.

Die anderen deutschen Starterinnen scheiden früh aus

Für die anderen deutschen Starterinnen Luisa Klapprott, Leonie Bachl-Staudinger und Veronika Redder war bereits im Achtelfinale Schluss. Doch auch sie feierten bei der Siegerehrung mit Maier. Redder hatte schon vor dem Finale eine Vorahnung, wie sie an Maier gerichtet erklärte: «Sie wird es rocken.» Und das tat die Olympiasiegerin dann auch - auf eine beeindruckende Art und Weise.

Olympia / Freestyle Ski / Deutschland / Italien / International / Ski Cross / Daniela Maier
20.02.2026 · 15:19 Uhr
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