Investmentweek

Trade Republic unter der Lupe: Wie sicher ist Ihr Geld wirklich?

11. Februar 2025, 14:00 Uhr · Quelle: InvestmentWeek
Hohe Zinsen locken massenhaft neue Kunden zu Trade Republic – doch jetzt meldet sich die Finanzaufsicht Bafin. Wie groß ist das Risiko für Sparer? Und was steckt hinter den Geldmarktfonds ohne Einlagensicherung?

Die Schlagzeilen ließen viele Sparer aufhorchen: „Neobroker kassiert Abmahnungen“, „Trade Republic im Visier der Finanzaufsicht“. Für ein Unternehmen, das das Vertrauen von Millionen Kunden genießt, sind das denkbar schlechte Nachrichten.

Wir berichteten bereits:

Bafin untersucht Trade Republic – Wie sicher sind unsere Konten wirklich?
Der Neobroker aus Berlin hat mit seinem attraktiven Zinskonto Millionen neuer Kunden angelockt. Doch jetzt wirft die Finanzaufsicht einen kritischen Blick auf das Erfolgsmodell. Wie sicher ist das Guthaben wirklich?

Besonders brisant: Viele Deutsche haben ihre Ersparnisse genau dorthin verlagert, weil die Zinsangebote etablierter Banken kaum noch konkurrenzfähig sind. Doch wie sicher ist das Geld wirklich?

Warum so viele Kunden zu Trade Republic wechseln

Seit Monaten zieht der Neobroker mit seiner Zinsofferte Kunden in Scharen an. Die Verzinsung des Guthabens auf dem Verrechnungskonto erfolgt zum EZB-Einlagensatz von aktuell 2,75 Prozent – und das ohne Bedingungen, ohne Limits, ohne Kosten.

Während klassische Banken mit befristeten Lockangeboten werben oder Zinsen nur für Neukunden erhöhen, bietet Trade Republic konstante Konditionen.

Nach Angaben des Vergleichsportals Verivox liegt die durchschnittliche Tagesgeldverzinsung in Deutschland derzeit bei nur 1,56 Prozent – weit unter dem, was der Neobroker gewährt. Kein Wunder, dass viele Sparfüchse hier zuschlagen. Doch genau hier beginnt auch die Unsicherheit.

Während die Deutsche Bank und J.P. Morgan dem deutschen Einlagensicherungssystem unterliegen, sind HSBC (Frankreich) und Citi (Irland) an ausländische Sicherungssysteme gebunden.

Das Problem mit der Einlagensicherung

Normalerweise sind Bankguthaben in Deutschland bis zu 100.000 Euro pro Institut durch die gesetzliche Einlagensicherung abgesichert. Sollte eine Bank in Schieflage geraten, bleibt das Guthaben geschützt.

Bei Trade Republic sieht die Sache allerdings anders aus: Das Geld der Kunden liegt nicht direkt beim Broker, sondern bei mehreren Partnerbanken – darunter die Deutsche Bank, HSBC, J.P. Morgan und Citi.

Für Deutsche Bank und J.P. Morgan gilt die deutsche Einlagensicherung, doch bei HSBC (Frankreich) und Citi (Irland) greifen die Sicherungssysteme der jeweiligen Länder. Und deren Stabilität wird von Kritikern als weniger verlässlich eingestuft.

Geldmarktfonds: Das versteckte Risiko?

Zusätzlich verwahrt Trade Republic nicht das gesamte Guthaben auf Bankkonten, sondern investiert einen Teil in Geldmarktfonds. Diese Fonds gelten als sicher, unterliegen aber keiner Einlagensicherung.

Dabei handelt es sich um den BlackRock ICS Euro Liquidity Fund und den Deutsche Global Liquidity Series – Managed Euro Fund. Diese Fonds setzen auf kurzfristige Schuldtitel mit hoher Bonität und extrem kurzen Laufzeiten (durchschnittlich 24 bis 46 Tage).

Dadurch minimiert sich zwar das Risiko, aber: Sollte es zu einem finanziellen Schock kommen, wären Gelder in diesen Fonds nicht sofort verfügbar – und ein Teil des Guthabens könnte theoretisch schwanken.

Trade Republic argumentiert, dass das Geld durch die Struktur der Fonds als Sondervermögen gesichert sei. Das bedeutet: Selbst wenn der Neobroker Insolvenz anmelden müsste, bliebe das Vermögen unangetastet und würde nicht in die Insolvenzmasse fließen. Doch vielen Kunden ist unklar, dass nicht ihr gesamtes Guthaben der klassischen Einlagensicherung unterliegt.

Was prüft die Finanzaufsicht Bafin?

Die Bafin wurde nicht wegen eines akuten Problems aktiv, sondern weil sie Transparenzfragen klären will. Sie verlangt von Trade Republic eine klarere Aufklärung darüber, wie das Geld der Kunden tatsächlich verteilt ist – also welcher Anteil in Geldmarktfonds investiert wird und welcher bei den Partnerbanken liegt.

Bislang gibt es keine Hinweise auf eine formale Sonderprüfung oder gar eine Bedrohung für Kundeneinlagen. Sollte die Bafin jedoch Verstöße gegen Informationspflichten feststellen, könnte sie Trade Republic zu Änderungen zwingen – etwa zu einer genaueren Darstellung der Anlagepolitik in der App.

Fazit: Wie sicher ist das Geld bei Trade Republic?

Für die meisten Sparer besteht kein akuter Grund zur Sorge. Die Gelder sind entweder durch Einlagensicherungen der Partnerbanken oder durch die Struktur der Geldmarktfonds abgesichert. Dennoch bleibt ein Restrisiko, weil ein Teil des Guthabens außerhalb der klassischen Einlagensicherung investiert wird.

Kunden, die ihre Ersparnisse vollständig geschützt wissen wollen, sollten darauf achten, nicht mehr als 100.000 Euro bei einer einzelnen Bank zu lagern. Wer kein Risiko eingehen möchte, sollte zudem prüfen, ob der eigene Anteil an Geldmarktfonds zu hoch ist – und im Zweifel Alternativen in Betracht ziehen.

Das könnte Sie auch interessieren:

Finanzen / Unternehmen
[InvestmentWeek] · 11.02.2025 · 14:00 Uhr
[1 Kommentar]
Selbstmord auf Raten: Warum deutsche Autoriesen nicht vom Diesel loskommen
Die deutschen Premiumhersteller steuern sehenden Auges in eine Sackgasse. Während der Dieselmotor in Europa politisch und gesellschaftlich längst beerdigt wurde, feiern Mercedes-Benz, BMW und Audi ein absurdes Revival des Selbstzünders. Zehn Jahre nach dem Dieselskandal, der das Vertrauen in die Technologie nachhaltig zertrümmert hat, erzählen die Verkaufszahlen eine verstörende Geschichte: Die […] (00)
vor 37 Minuten
Frankfurter Börse
Frankfurt/Main - Der Dax ist am Freitag zurückhaltend in den Handelstag gestartet. Gegen 9: 30 Uhr wurde der Leitindex mit rund 25.130 Punkten berechnet, minimal über dem Schlussniveau vom Vortag. "Dem Dax steht am Nachmittag ein doppelter Belastungstest ins Haus: ein mögliches Urteil des Obersten Gerichts zu den reziproken Zöllen von US-Präsident Trump sowie US-Jobdaten, die eng mit […] (00)
vor 5 Minuten
Amanda Seyfried
(BANG) - Amanda Seyfrieds erster Kuss vor der Kamera war mit Michael B. Jordan. Die 40-jährige Schauspielerin spielte zusammen mit dem 38-jährigen Michael in ihrer Teenagerzeit in der langjährigen TV-Seifenoper 'All My Children' mit, und Seyfried ist begeistert, dass ihr ehemaliger Co-Star in Hollywood so erfolgreich geworden ist. Sie erzählte dem 'W' Magazine: "Mein erster Kuss vor der Kamera war […] (00)
vor 1 Stunde
JVA
Düsseldorf (dpa) - Etliche Einrichtungen der kritischen Infrastruktur in Deutschland kommunizieren mit ungeschützter Funktechnik. Der Digitalfunk zahlreicher Haftanstalten, Flughäfen und Energieversorger lässt sich mit geringem technischen Aufwand auch aus der Ferne abhören, weil die Betreiber auf die Verschlüsselung ihrer Netze verzichten, wie die «Wirtschaftswoche» berichtet. Die AG Kritis, eine […] (00)
vor 11 Stunden
League of Legends startet in die Saison 1 2026 unter dem Banner von Demacia
Das Warten hat ein Ende! Ab sofort öffnet sich der Vorhang für die neueste Ära in League of Legends. Riot Games hat sich nicht lumpen lassen und ein wahres Füllhorn an Neuerungen ausgeschüttet. Mit dem markerschütternden Cinematic, untermalt vom brachialen Track  Salvation  (ft. Forts), wurde der Startschuss für eine Saison gegeben, die sich voll und ganz der weiß-goldenen Pracht Demacias […] (00)
vor 37 Minuten
Disney Channel holt «Liff & Barry» nach Deutschland
Der Disney Channel setzt im Frühjahr auf frische Serienware und bringt neue Staffeln sowie Premieren beliebter Animationsformate ins deutsche Fernsehen. Fans von Phineas und Ferb dürfen sich auf ein echtes Comeback freuen: Ab Montag, den 23. Februar, zeigt der Disney Channel neue Folgen der fünften Staffel als deutsche TV-Premiere. Montags bis freitags um 16.45 Uhr kehren die kultigen Stiefbrüder mit ihren ebenso verrückten wie kreativen […] (00)
vor 1 Stunde
Deutsche Fußball-Fans
Berlin (dpa) - Gut fünf Monate vor dem ersten WM-Spiel der deutschen Nationalmannschaft steht fest, wie treue Fans an die verbilligten Eintrittskarten kommen. Wie der Deutsche Fußball-Bund mitteilte, gehen 70 Prozent der sogenannten 60-Dollar-Tickets an die Mitglieder des Fan Clubs Nationalmannschaft mit den meisten Bonuspunkten. Die verbleibenden 30 Prozent werden über Fan Club Betreuer und an […] (00)
vor 1 Stunde
Flottenmanagement 2026: Welche Trends erwartet Telematik-Spezialist Webfleet?
Leipzig, 09.01.2026 (PresseBox) - Steigende Kosten, Margendruck und neue Vorschriften prägen 2026 das Flottenmanagement. Digitale Transparenz, vorausschauende Wartung und integrierte Systeme gelten für den Telematik-Spezialisten Webfleet als entscheidende Schlüssel, um Fahrzeuge effizient und wirtschaftlich zu betreiben. Die Flottenbranche in Deutschland, Österreich und der Schweiz steht 2026 unter Druck. Hohe Betriebskosten, wachsende […] (00)
vor 1 Stunde
 
Warum Anleger den Halbleiterzyklus bei Aixtron neu bewerten
Der Jahresauftakt verstärkt den bestehenden Aufwärtstrend Der Start ins Börsenjahr 2026 fällt […] (00)
Dry January trifft auf Realität: Alkohol in Deutschland fast EU-weit am billigsten
Alkoholpreise deutlich unter EU-Durchschnitt Alkoholische Getränke sind in Deutschland im […] (00)
Primark-Mutter AB Foods kappt Prognose nach schwacher Nachfrage
Nachfrageprobleme belasten den Ausblick Die Primark-Mutter Associated British Foods erklärte am […] (00)
Ralph Brinkhaus (Archiv)
Berlin - In der Unionsfraktion wächst der Druck auf Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), rasch […] (00)
Ramona Hofmeister
Scuol (dpa) - Der Olympia-Traum von Deutschlands Top-Snowboarderin Ramona Hofmeister scheint […] (01)
Sydney Sweeney
(BANG) - Sydney Sweeney wird ihren Film 'The Housemaid – Wenn sie wüsste', mit einer […] (00)
Sonic Racing: CrossWorlds wird um PacMan erweitert
Heute hat SEGA offiziell das  PAC-MAN -Pack  für  Sonic Racing: CrossWorlds   […] (00)
iPhone 17e mit Dynamic Island und A19-Chip erwartet
Das kommende Apple iPhone 17e soll nach Angaben eines chinesischen Leakers mit einem A19-Chip […] (00)
 
 
Suchbegriff