Tour de France

Tour-Debütant Lipowitz: Kurze Ruhe nach dem ersten Sturm

15. Juli 2025, 13:19 Uhr · Quelle: dpa
Florian Lipowitz
Foto: Roth/dpa
Der deutsche Radsport-Hoffnungsträger Florian Lipowitz.
Florian Lipowitz reflektiert über seine ersten Tage bei der Tour de France und die Herausforderungen als neuster Stern im Radsport. Seine Ansichten über Teamrollen und persönliche Ziele zeigen seine bescheidene Herangehensweise.

Toulouse (dpa) - Florian Lipowitz musste sich etwas anstrengen, um den laut surrenden Staubsauger auf dem Hotelflur zu übertönen. Der deutsche Rad-Jungstar nahm in einem Konferenzraum in der Nähe des Flughafens von Toulouse Platz, stellte sich den Fragen der Medienvertreter, aber freute sich auch auf etwas Zeit für sich am ersten Ruhetag bei der 112. Tour de France. 

«Vor allem nach den ersten Etappen habe ich mich nicht ganz so gut fühlt, habe ein bisschen an mir gezweifelt», sagte der 24 Jahre alte Tour-Debütant und frühere Biathlet. «Aber ich bin jetzt auch froh mit dem Ruhetag heute. Ich meine, zehn Tage am Stück sind schon sehr kräftezehrend.»

Riesiges Medieninteresse, Zehntausende Fans an den Strecken, mehr Risikobereitschaft der Fahrer im Vergleich zu anderen Rennen: «Das überfordert einen schon am Anfang», sagte Lipowitz über die intensiven Eindrücke.

Eltern-Besuch, «gemütliche» Trainingsfahrt und Mittagsschlaf

Der freie Tag kam also genau richtig. Seine Eltern waren angereist und es stand eine «ganz gemütliche» Trainingsfahrt mit den Kollegen an. Dann noch Mittagessen und ein Mittagsschlaf.

Über dem rennfreien Tag schwebte jedoch vor allem die Frage, wie die sportliche Leitung des Red-Bull-Teams mit der Rollenverteilung an der Spitze umgeht. Der aufstrebende Lipowitz soll neben dem routinierten Slowenen Primoz Roglic eigentlich Erfahrung sammeln. Das Team will den sensiblen jungen Mann, der einst 100 Kilometer mit dem Rad zurücklegte, um Teamchef Ralph Denk von sich zu überzeugen, behutsam entwickeln. Denk bezeichnete den Aufbau von Lipowitz zum Top-Rundfahrer zuletzt als «Herzensprojekt».

Der Rad-Quereinsteiger, der kürzlich den dritten Rang bei der Dauphiné-Rundfahrt hinter den Superstars Tadej Pogacar und Jonas Vingegaard bejubelte, hält bislang aber stark bei der Tour mit. Sogar etwas besser als der viermalige Vuelta-Gewinner Roglic. In der Gesamtwertung liegt Lipowitz als Achter sieben Sekunden vor dem Neunten Roglic und 3:34 Minuten hinter dem führenden Iren Ben Healy, der wohl nur kurzfristig Titelverteidiger Pogacar von der Spitze verdrängt hat. Das Red-Bull-Team hat den dritten Gesamtrang im Blick.

Lipowitz: «Würde mich als Edelhelfer bezeichnen»

Beide Athleten scheinen aber gut miteinander auszukommen. Auf der einen Seite der erfahrene Roglic - für seine Stürze bekannt - und auf der anderen Seite der ehrgeizige Lipowitz. Er ist erst seit sechs Jahren im Radsport und ordnet sich unter - noch.

«Ich würde mich als Edelhelfer bezeichnen. Ich glaube, die Rollenverteilung ist ganz klar», sagte er. «Ich meine, es ist meine erste Tour. Ich glaube, einfach nur nach Paris zu kommen, ist schon Erfolg genug», fügte der gebürtige Schwabe hinzu. «Ich kann noch so viel lernen, vor allem von einem Fahrer wie Primoz», stellte er klar. «Wir kommen ganz gut miteinander aus. Ich meine, wir sind beide vom Wintersport. Das verbindet vielleicht auch ein bisschen», sagte Lipowitz. Roglic ist ebenfalls ein Quereinsteiger, war früher mal Skispringer.

Das Team dürfte bei den anstehenden Pyrenäen- und Alpen-Herausforderungen also spontan entscheiden, wer dann am Ende das Sagen in der Gesamtwertung hat, sollte Lipowitz Roglic möglicherweise klar hinter sich lassen. «Das muss sich dann erst mal zeigen. Wir sind ein Team, dann wird das diskutiert», sagte Lipowitz zurückhaltend.

Aldag: Lipowitz «ein bisschen in die Zügel nehmen»

Sein sportlicher Leiter Rolf Aldag bremste den Youngster nach der zehnten Etappe. «Hier und da müssen wir ihn schon noch mal ein bisschen in die Zügel nehmen, dass er nicht zu schnell reagiert, denn die direkten Konkurrenten sind ja eigentlich klar. Und da muss man nicht bei jedem hinterherfahren». Bei der Dauphiné habe Lipowitz «Weltklasse gezeigt», meinte Aldag. «Das wissen wir halt auch, aber deshalb sollten wir trotzdem noch vorsichtig sein, weil bis jetzt sind wir noch keinen einzigen großen Berg gefahren.» 

Am Donnerstag wartet mit dem gebirgigen Etappenauftakt in den Pyrenäen auf der zwölften Etappe hinauf nach Hautacam eine große Kraftprobe. Am Freitag steht das knifflige Bergeinzelzeitfahren mit dem steilen Schlussanstieg zum Flugplatz in Peyragudes an. Mit der kurzzeitigen Ruhe ist es für Lipowitz aber schon vorher wieder vorbei.

Radsport / Tour de France / Frankreich
15.07.2025 · 13:19 Uhr
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