Tote bei israelischem Angriff auf Krankenhaus in Gaza – mehrere Journalisten unter den Opfern
Mindestens 20 Menschen, darunter fünf Journalisten, sind bei einem israelischen Doppelangriff auf den Nasser Medical Complex im Süden Gazas getötet worden. Die größten Krankenhausanlagen des Küstenstreifens wurden laut Angaben des dortigen Gesundheitsministeriums zunächst im vierten Stock getroffen. Kurz darauf erfolgte ein zweiter Schlag, während Rettungskräfte versuchten, Tote und Verletzte zu bergen. Unter den Opfern ist auch der Arzt Mahmoud al-Habibi.
Besonders schwer wiegt der Verlust mehrerer international tätiger Reporter. Die Nachrichtenagentur AP bestätigte den Tod ihrer Mitarbeiterin Mariam Abu Dagga, während Al Jazeera den Tod des Kameramanns Mohammed Salama meldete. Zudem kamen Reuters-Kameramann Hussam al-Masri, Fotojournalist Moaz Abu Taha und Journalist Ahmed Abu Aziz ums Leben. Reuters-Fotograf Hatem Khaled wurde verletzt. Die Foreign Press Association sprach von einem der tödlichsten Angriffe auf Journalisten seit Beginn des Krieges vor fast zwei Jahren und forderte eine sofortige Erklärung der israelischen Regierung.
Die internationale Reaktion fiel scharf aus. Die Türkei sprach von einem Angriff „auf die Pressefreiheit“ und forderte, Israel bei der UN-Generalversammlung im September zu suspendieren. Auch US-Präsident Donald Trump äußerte Unmut über den Vorfall, wenngleich er gleichzeitig ein baldiges Ende des Krieges in Aussicht stellte.
Israels Regierung bezeichnete die Bombardierung in einer Stellungnahme als „tragisches Versehen“. Generalstabschef Eyal Zamir ordnete eine Untersuchung an, während das Militär erklärte, Journalisten nicht gezielt ins Visier zu nehmen. Doch laut dem Committee to Protect Journalists (CPJ) sind seit Kriegsbeginn bereits 184 palästinensische Journalisten ums Leben gekommen – weit mehr als in jedem anderen aktuellen Konflikt.


